Innere Sicherheit:Polizisten machen 2,4 Millionen Überstunden

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Die Folgen der Corona-Pandemie finden sich auch in den Arbeitszeitkonten der Polizei wieder. Trotz der Rekordstunden von Mehrarbeit gibt es keine Aussicht auf sinkende Belastungen.

Bayerns Polizisten schieben wegen der stetig steigenden Arbeitsbelastung in der Corona-Krise einen immer höheren Berg an Überstunden vor sich her. Zum Stichtag 30. November 2021 verzeichnete das Innenministerium nach eigener Mitteilung einen Stand von 2,42 Millionen Überstunden - das sind rund 18 Prozent mehr als Ende November 2020 (2,05 Millionen Stunden).

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) führte diese Entwicklung vor allem auf die personalintensive Betreuung von Versammlungen zurück sowie auf die im vergangenen Jahr verstärkten Kontrollen der Corona-Schutzmaßnahmen. Zudem hätten pandemiebedingte Personalausfälle ausgeglichen werden müssen. Weitere Gründe für den Überstundenberg seien Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft und die Internationale Automobilausstellung gewesen. "2021 war für die Bayerische Polizei ein sehr herausforderndes und arbeitsintensives Jahr", betonte Herrmann. Für 2022 sei leider keine Entspannung in Sicht: "Die hoffentlich bald besiegte Pandemie wird uns vorerst weiter in Atem halten. Dazu kommen Großereignisse wie der G-7-Gipfel in Elmau und die European Championships in München."

Laut Innenministerium konnten 143 922 Mehrarbeitsstunden im Haushaltsjahr 2021 bereits durch Vergütungen abgebaut werden. Auf die Beamtinnen und Beamten entfielen zum Stichtag 2021 pro Kopf rechnerisch im Durchschnitt rund 73 Mehrarbeitsstunden (2020: 62), die noch nicht durch Freizeitausgleich oder Vergütung abgegolten werden konnten. Trotz der hohen Arbeitsbelastung auch in diesem Jahr solle die Zahl der Überstunden bei der Polizei soweit wie möglich abgebaut werden, sagte Herrmann. "Unsere 3500 zusätzlichen Polizeistellen von 2017 bis 2023 entsprechen einer Arbeitskapazität von rund sieben Millionen Arbeitsstunden pro Jahr. Mit dem Personalplus können wir die hohe Arbeitsbelastung besser verteilen." Bereits mit der Personalzuteilung im Frühjahr 2022 stehe mehr ausgebildeter Polizeinachwuchs zur Verfügung. "Wir können im März und April unsere Polizeidienststellen mit bayernweit mehr als 700 frisch ausgebildeten Polizistinnen und Polizisten verstärken. Das sind gut 200 mehr als im Zuteilungszeitraum in den Ruhestand gehen."

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