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Pfifferlinge im Test:Vorsicht, Schimmelpilze!

Pfifferlinge haben Saison

Pfifferlinge haben wieder Saison, doch oft sind sie mangelhaft.

(Foto: dpa/dpaweb)

Jetzt kann man wieder überall Pfifferlinge kaufen. Das Landesamt für Gesundheit warnt jedoch: Die Waldschwammerl sind oft schon recht alt und zum Teil sogar verdorben, wenn sie in den Einzelhandel kommen.

Von Christian Sebald

In diesen Tagen kann man sie wieder überall in den Supermärkten und Gemüseläden kaufen: Reherl oder Pfifferlinge, wie die schmackhaften Waldschwammerl auf Hochdeutsch heißen, die besonders gut in einer hellen Rahmsoße zu Semmelknödeln schmecken. Aber Vorsicht: Die Reherl sind oft schon recht alt und zum Teil sogar verdorben, wenn sie in den Einzelhandel kommen. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht hervor, den das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag präsentiert hat: Zwei Drittel der Reherl, welche die LGL-Kontrolleure untersucht haben, waren mangelhaft.

Insgesamt 25 Reherl-Stichproben haben die LGL-Kontrolleure in der Schwammerlsaison 2013 auf Märkten und in Geschäften gezogen. In neun Fällen waren die Schwammerl schon so alt und weich, dass sie die Kontrolleure als "wertgemindert" einstuften. In sieben Fällen hatten sie sogar schon Fäulnis oder Schimmel angesetzt, sie waren also "verdorben". Der Grund: Reherl werden sehr oft aus Osteuropa importiert und haben oft schon recht weite Transportwege und Lagerzeiten hinter sich, wenn sie bei uns ankommen.

Die hohe Ausfallquote bei den Reherl ist aber die große Ausnahme im LGL-Bericht. "Der weit überwiegende Teil der Lebensmittel bei uns in Bayern ist völlig sicher", sagte LGL-Chef Andreas Zapf, als er den Bericht am Dienstag im Landtag präsentierte. Mehr als 70 000 Proben haben die LGL-Kontrolleure von Lebensmitteln, Kosmetika, Modeschmuck, Textilien und anderen Produkten erhoben. "Wie 2013 war nur ein kleiner Bruchteil von 0,2 Prozent so mangelhaft, dass davon ein Risiko ausging", sagte Zapf. "Die meisten Beanstandungen betrafen fehlerhafte Kennzeichnungen oder mangelhafte Beschaffenheit."

So wie auch bei Tattoo-Farben. Insgesamt nahmen die LGL-Kontrolleure 63 Farben ins Visier. Bei 22 Prozent fanden sie Spuren des Schwermetalls Blei. Bei fünf Tätowierfarben wurde sogar der Grenzwert von zwei Milligramm je Kilo Farbe überschritten. Sie wurden aus dem Verkehr gezogen, auch wenn nach Einschätzung der LGL-Experten keine Gesundheitsgefahr von ihnen ausging.

© SZ vom 09.07.2014 /afis
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