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Pfaffenhofen:Ermittlungen gegen Ex-Pfarrer eingestellt

Die Ermittlungen gegen den früheren katholischen Stadtpfarrer von Pfaffenhofen an der Ilm wegen des Verdachts des sexuellen Kindesmissbrauchs sind eingestellt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt mit. Der Geistliche war Ende Mai vom Dienst suspendiert worden. Das Bistum Augsburg erklärte, er bleibe von seinen Ämtern freigestellt, bis auch die kirchenrechtlichen Ermittlungen abgeschlossen seien. Bereits im März hatte der Priester um seine Versetzung aus Pfaffenhofen gebeten. Das Gesuch war von Bischof Konrad Zdarsa mit Wirkung zum 31. August angenommen worden.

Unbekannte hatten dem Priester sexuell motivierte Übergriffe gegen Ministranten in verschiedenen Pfarreien vorgeworfen. Bei Befragungen seien aber keine Hinweise gefunden worden, "dass das Verhalten des Beschuldigten gegenüber Kindern und Jugendlichen strafrechtlich relevantes Tun darstellte", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Trotz der Einstellung sei es nicht möglich, dem Stadtpfarrer kurzfristig eine Pfarrstelle anzuvertrauen, heißt es aus der Diözese. Das Kirchenrecht sehe bei Missbrauchsvorwürfen ausdrücklich kirchenrechtliche Ermittlungen unter Einbeziehung der dafür zuständigen Behörden des Heiligen Stuhls vor. Dabei würden die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft einbezogen.

In Pfaffenhofen war nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Fronleichnamsprozession abgesagt worden. Der Augsburger Generalvikar Harald Heinrich erläuterte damals in einem Gottesdienst die Vorgänge. Der Priester sei vorläufig von seinem Amt entbunden, für ihn gelte aber die Unschuldsvermutung. Die Vorwürfe waren Mitte März in einem anonymen Schreiben erhoben worden. Am 8. April informierte die Kirche die Staatsanwaltschaft.