Tödliche InfektionZweiter Bornavirus-Patient aus Pfaffenhofen gestorben

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Feldspitzmäuse gelten als Überträger der Krankheit.
Feldspitzmäuse gelten als Überträger der Krankheit. IMAGO/Oliver Willikonsky

Der Mann lag wochenlang im Krankenhaus. Die Feldspitzmaus gilt als Überträgerin von BoDV-1. Wie das Virus allerdings auf den Menschen übergeht, ist bisher nicht geklärt.

Nach wochenlangem Aufenthalt im Krankenhaus ist auch der zweite mit dem Bornavirus infizierte Patient aus dem oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm gestorben. Das bestätigte das Landratsamt. Mehrere Medien hatten zuerst darüber berichtet.

Der erste Patient war bereits vor einigen Wochen gestorben. Infektionen sind sehr selten, enden aber meist tödlich. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm in zeitlichem Zusammenhang gibt es noch keine Erklärung.Die genauen Infektionswege in diesen Fällen werden noch von Experten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht.

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor, sie gilt als Überträgerin. Wie genau das Virus auf den Menschen übergeht, ist bisher nicht geklärt. Die Tiere scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus. Deshalb sollte der Kontakt damit vermieden werden. Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Säubern von Gartenhütten oder Scheunen sollten Masken getragen werden.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat den Tod des zweiten Mannes aus Pfaffenhofen an der Ilm, der sich mit dem Bornavirus infiziert hatte, bestätigt.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat den Tod des zweiten Mannes aus Pfaffenhofen an der Ilm, der sich mit dem Bornavirus infiziert hatte, bestätigt. Nicolas Armer/dpa

Das Landratsamt hatte Anfang Juni wegen der beiden Fälle zu einer Informationsveranstaltung eingeladen und Antworten auf Fragen besorgter Anwohner gegeben. Laut LGL wurden bisher 57 Erkrankungsfälle beim Menschen nachgewiesen. Der Schwerpunkt lag demnach in Bayern. Oft waren Menschen von Infektionen betroffen, die an Ortsrändern leben.

Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen Symptome auslöst. Der Erreger ist bei Tieren zwar seit Langem bekannt. Erst seit 2018 wurde aber nachgewiesen, dass BoDV-1 auch auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 wieder meldepflichtig.

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