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Per Kirkeby in Kochel:Die Struktur der Natur

Große Kirkeby-Retrospektive in Düsseldorf

In seinen Arbeiten stellt Per Kirkeby Analogien zu den Prozessen in der Natur her. Seine Motive wirken nahezu organisch.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Sein Weg zur Kunst führte über die Naturwissenschaft. Das Franz-Marc-Museum in Kochel am See zeigt Skulpturen und Papierarbeiten des dänischen Künstlers Per Kirkeby.

Es ist erst vier Jahre her, da war Per Kirkeby schon einmal mit seinen Arbeiten zu Gast im Franz-Marc-Museum in Kochel am See. Unter dem Titel "Strukturen der Natur" stellte das Haus seinen Namensgeber Franz Marc und den dänischen Künstler, die beide mehr als ein halbes Jahrhundert trennt, einander gegenüber und präsentierte Druckgrafiken, die jeweils am Anfang und am Ende des 20. Jahrhunderts entstanden waren.

Nun wird das Franz-Marc-Museum erneut Kirkeby in Kochel zeigen. Diesmal stehen unter dem Namen "Per Kirkeby - Torso-Ast" sieben Skulpturen, die er in den Achtziger- und Neunzigerjahren schuf, und elf Arbeiten auf Papier im Vordergrund.

Ausgangspunkt ist dabei die titelgebende Skulptur "Torso Ast" aus dem Jahr 1988, die im Museumspark aufgestellt wird. Bei dieser Arbeit - wie grundlegend in seinem Werk - geht der promovierte Geologe von der Natur und ihren Formen aus. Kirkeby wurde am 1. September 1938 in Kopenhagen geboren. Sein Weg zur Malerei und Bildhauerei führte Kirkeby über die Naturwissenschaft.

1957 begann er ein Studium in Kopenhagen, ein Jahr später nahm er an einer Expedition nach Grönland teil. Wiederholt reiste er dorthin, untersuchte die geologischen Strukturen, promovierte über arktische Quartärgeologie. 1962 begann er seine künstlerische Ausbildung, trat in die "Experimental Art School" in Kopenhagen ein. Bereits zwei Jahre später folgte die erste Ausstellung von Zeichnungen und Collagen.

In den vergangenen fünfzig Jahren hat Kirkeby nach unterschiedlichsten künstlerischen Ausdrucksformen gesucht. Er beteiligte sich an Happenings, filmte, schrieb Gedichte, Essays, Romane, entwarf Bühnenbilder, malte, schuf Skulpturen. Kirkeby gilt als Universalkünstler, der die traditionellen Kunstgattungen amalgamiert. Wie er dabei Analogien zwischen Natur und Kunst schafft, ist nun erneut in Kochel zu sehen.

Per Kirkeby - Torso-Ast, So., 26. März, bis 3. Okt., Di. bis So. 10-18 Uhr, Franz-Marc-Museum, Franz Marc Park 8-10, Kochel am See, 08851/924880