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Pauli will zurück zu den Freien Wählern:"Mit engagiertem Gruß, Gaby"

Gabriele Pauli möchte ihr "politisches Single-Dasein" beenden und kämpft um ein Comeback bei den Freien Wählern. Dort ist man von den Avancen der früheren Fürther Landrätin gar nicht begeistert. Doch Pauli lässt sich nicht abwimmeln.

Die als Parteirebellin bekanntgewordene frühere Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die den Sturz Edmund Stoibers eingeleitet hatte, kämpft für eine Rückkehr zu den Freien Wählern. Mehr als zweieinhalb Jahre nach ihrem Ausschluss aus der Fraktion fordert die 54-Jährige eine zweite Chance. Sie möchte ihr "politisches Single-Dasein" beenden, heißt es in einem Schreiben an Partei- und Fraktionschef Hubert Aiwanger, das der SZ vorliegt.

Germering: Neujahrsempfang der Kreis-FDP / STADTHALLE

Gabriele Pauli will wieder heim: Die fraktionslose Abgeordnete möchte sich wieder den Freien Wählern anschließen.

(Foto: Johannes Simon)

Ihr Wunsch löst bei den Parteifreien erhebliche Unruhe aus. Vergangene Woche hatte die Fraktion beschlossen, Pauli nicht wieder aufzunehmen. Aiwanger bestätigte der SZ: "Wir wollen sie nicht bei uns haben." Dennoch lässt Pauli nicht locker. In E-Mails an die Bezirksvorsitzenden der Freien Wähler bittet sie um ein Votum der Basis, was ihre Rückkehr angeht, und provoziert die Parteispitze.

Derzeit gehört Pauli dem Landtag als einzige fraktionslose Abgeordnete an. Pauli, einst CSU-Mitglied, hatte 2006 bundesweite Prominenz erlangt, weil sie mit ihren Spitzelvorwürfen zum Sturz Edmund Stoibers beigetragen hatte und später selbst CSU-Vorsitzende werden wollte. Nachdem sie sich mit der Partei überworfen hatte, fand sie bei den Freien Wählern eine neue politische Heimat - jedoch nicht lange.

Nach nicht einmal einem Jahr warf Aiwanger sie aus der Fraktion, unter anderem weil Pauli mit den Freien Wählern schon unbedingt 2009 zur Bundestagswahl antreten wollte. Pauli gründete ihre eigene Partei, die Freie Union, mit der sie jedoch kläglich scheiterte. Nach einer Reihe von Eskapaden ist Pauli politisch isoliert.

Nun sucht sie Anschluss. "Ich habe meine Batterien nach einer kritischen Betrachtung der Ereignisse der letzten Jahre, die auch mein Verhalten betrifft, wieder aufgeladen", schreibt Pauli. "Die Phase des Rückzugs" sei vorbei. Der SZ sagte sie: "Ich kann mir vorstellen, mich auf Bundesebene für die Freien Wähler zu engagieren."

Angespornt fühlt sie sich von Aiwangers Plan, mit den Freien Wählern 2013 bei der Bundestagswahl anzutreten - ein in den eigenen Reihen höchst umstrittenes Vorhaben. Bei der Bundesmitgliederversammlung der Parteifreien am 16. Juni wollen sie sich entscheiden."Ich bin in Zeiten, in denen die Piraten eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen, nach wie vor eine begabte Wahlkämpferin", wirbt Pauli. "Ich bitte um eine faire Abwägung meiner Verdienste", schreibt sie und schließt mit den Worten: "Mit herzlichem und engagiertem Gruß, Gaby".

Aiwanger ist alles andere als begeistert von der Idee. "Sie ist schwer integrierbar. Wir haben keine Lust, das Spiel aufs Neue zu beginnen", sagte er. "Sie hatte ihre Chance und sie hat sie mit Gewalt zerstört."

Pauli lässt sich jedoch nicht abwimmeln. "Ohne mich anzuhören, wurde eine Abstimmung anberaumt und mein Wiedereintritt in die Fraktion mehrheitlich abgelehnt", beschwert sie sich bei den Bezirksvorsitzenden. Ein solch "seelenloses Abservieren kenne ich noch nicht einmal aus der CSU", ärgert sie sich und bittet um ein Stimmungsbild der Basis.