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Passau:Mehrere Hundert Tiere beschlagnahmt

Wasservögel, die in Dusch- und Toilettenräumen untergebracht sind, Kälber, deren Fell verkrustet ist - die Bedingungen in der privaten Tierhaltung in Kirchham (Landkreis Passau) waren laut Landratsamt "völlig unzureichend". Schon vergangenes Jahr fielen sie den Behörden bei einer Überprüfung auf, nun wurde die Tierhaltung auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände endgültig aufgelöst. Mehrere Hundert Tiere wurden beschlagnahmt, darunter 300 Ziervögel, 40 Rinder, Alpakas, Affen, Schildkröten und andere Reptilien. Einem Hirschkalb und einem Zuchtbulle ging es so schlecht, dass sie sofort eingeschläfert werden mussten. Es war laut Landratsamt die größte Aktion dieser Art, die jemals im Raum Passau stattgefunden hat. Die sichergestellten Tiere gehen nun an Auffangstationen oder private Tierhalter. Für die exotischen Tiere einen Platz zu finden, war besonders schwierig.

Hintergrund der Razzia war eine Überprüfung im Sommer 2020, bei der auch schon Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt wurden und eine Strafanzeige gestellt wurde. Damals wurden auch viele Tierkadaver gefunden etwa von Affen und Ziegen, die teilweise vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht wurden. Die Ergebnisse bestätigten eine unzureichende Tierhaltung. Auch bei der jetzigen Auflösung wurden wieder zwei Container mit toten Tieren aufgefunden. Ziel der Besitzer war es offenbar gewesen, aus dem gut 174 Hektar großen Gelände einen öffentlichen Zoo zu machen. Die Gemeinde war bereit, das Gelände als Sondergebiet auszuweisen. Aus diesen Plänen wird nun nichts.

© SZ vom 29.01.2021 / nell
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