bedeckt München 25°

Streit an der Uni Passau:Für die JU ist das "eine Schande für unsere Heimat"

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und die JU Niederbayern nannten es am Dienstag in einer Erklärung eine "Schande für unsere Heimat", wie abfällig seitens der Gleichstellungsbeauftragten mit bayerischem Brauchtum umgegangen werde. "Sie zieht damit das bayerische Lebensgefühl in den Schmutz." Mit diesem Fall sei die Spitze des Gender-Eisberges erreicht. Es sei nun Aufgabe der Universität, diesbezüglich ein Zeichen zu setzen. Der Jura-Professor Holm Putzke sagte laut Passauer Neue Presse, von einer geschlechterfeindlichen Veranstaltung sei man beim Fensterln weit entfernt. "Wenn man in dieser Richtung weitermacht, könnten demnächst auch Aufführungen von Romeo und Julia auf dem Index stehen."

Kratzers Wortschatz

"Aus iss und gar iss"

Angesichts der Debatte in den sozialen Medien distanzierten sich die Sportstudenten von extremen Äußerungen und taten kund, nicht als Politikum missbraucht werden zu wollen. Unterdessen bemüht sich die Uni Passau um Ausgleich. "Die Universität hat nicht im Sinn, Traditionen gering zu schätzen. Sie hat den gesetzlichen Auftrag und das Leitbild, Männer und Frauen gleich zu behandeln. Offizielle Veranstaltungen der Universität müssen diesem Auftrag entsprechen, alles andere wäre gesetzeswidrig."

Das Sportfest wurde mittlerweile wegen der schlechten Wetterprognose abgesagt. "Der Fensterlkönig-Wettbewerb ist ja nicht verboten", betonte Uni-Sprecherin Katrina Jordan am Dienstag. Es müssten aber die Gleichstellungsauflagen beachtet werden. Entweder in einer geschlechteroffenen Form, bei der auch Frauen auf die Leiter steigen oder aber in der traditionellen Form, bei der nur Männer fensterln dürfen.

"Aber dann muss der Wettbewerb privat organisiert werden." Die Sportstudenten suchen jetzt nach Lösungen. Zum Beispiel für die Frage, ob es gendertechnisch in Ordnung geht, wenn Frauen im Rock auf eine Leiter steigen.