Parteitag der Bayern SPD Schmerzhafter Dämpfer für Florian Pronold

Walter Adam (r), und der Landesvorsitzende der Bayern SPD, Florian Pronold.

(Foto: dpa)
  • Bayerns SPD-Chef Florian Pronold ist für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt worden.
  • Auf dem Parteitag im oberfränkischen Hirschaid setzte sich der 42-Jährige am Samstag mit lediglich 63,3 Prozent gegen seinen Herausforderer durch.
  • Der 71-jährigen Niederbayer Walter Adam hatte seine Kandidatur erst vor ein paar Tagen mit einem Internetvideo bekannt gegeben.
Von Katja Auer

Dass es so schmerzhaft ausgehen würde für den Landesvorsitzenden, hatte kaum einer erwartet in der SPD. Florian Pronold bleibt zwar im Amt. Allerdings stimmten nur 63,3 Prozent der Delegierten beim Parteitag in Hirschaid für den 42-Jährigen. Fast ein Drittel wollte lieber den 71-jährigen Herausforderer an der Spitze der bayerischen Sozialdemokraten sehen: 31,7 Prozent stimmten für Walter Adam, der sich vor ein paar Tagen überraschend als Gegenkandidat erklärt hatte - mit einem Video im Internet.

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Der pensionierte Realschullehrer aus dem niederbayerischen Abensberg hielt auf dem Parteitag eine recht leidenschaftliche Rede und betonte seine ernsthaften Absichten. "Ich bin weder ein Polit-Rebell noch ein Spaßkandidat", sagte Adam. Scharf griff er Pronold an. Der hatte kürzlich in einem Interview erklärt, dass er eine Koalition mit der CSU nicht ausschließen wolle. "Da ist bei mir die Hutschnur geplatzt", sagte er. Er habe auf den Aufstand in der Partei gewartet, als der ausblieb, entschloss er sich zur Kandidatur. Sein Nachbar und Parteifreunde Konstantin Ferstl, ein prämierter Filmemacher, drehte ein gut gemachtes Video, in dem sich Adam als Ur-Bayern und Ur-Sozialdemokrat präsentierte.

"Wir werden zur Zehn-Prozent-Partei"

In Hirschaid warnte er davor, auch nur von einer Koalition mit der CSU zu reden. So ein Wahlkampf sei nicht vermittelbar, sagte er. "Wir werden zur Zehn-Prozent-Partei." Er beschwor die alten sozialdemokratischen Werte, die die SPD in der Regierung mit der Union im Bund nicht mehr konsequent genug vertrete.

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Und schließlich kritisierte er "das Politikerdeutsch, das alles zukleistert". Das ging wieder in Pronolds Richtung, dem er auch vorgeworfen hatte, dass er die Häme von Luise Kinseher beim Nockherberg lächelnd eingesteckt habe. Die hatte gelästert, die Bayern-SPD liege schon auf der Palliativstation. Da hätte Pronold protestieren müssen, sagte Adam. Überhaupt sei es notwendig, "dass einer mal so richtig reinhaut".

Niemand stellt Pronolds Fleiß in Frage

Das ist dann auch passiert. Es hat offenbar nicht alle Delegierten überzeugt, wie sich Pronold zu verteidigen versuchte. In einem beinahe weinerlichen Tonfall wies er Adams Vorwürfe zurück und betonte sein Engagement für die Partei, die er seit 2009 führt. Tatsächlich stellt auch niemand Pronolds Fleiß in Frage. Richtig beliebt ist er trotzdem nicht. Bei der Wahl vor zwei Jahren bekam er gut 80 Prozent der Stimmen - ohne Gegenkandidat. "Ich bin keiner, der sich wegduckt", sagte er.

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Als das Ergebnis verkündet wurde, war ihm die Niederlage anzusehen. Er sei nicht dafür zuständig, das Ergebnis zu kommentieren, sagte er später. Die zwei Drittel gäben ihm genug Rückenwind für seine Aufgabe. Adam und seine Unterstützer jubelten, sie hatten mit deutlich weniger Stimmen gerechnet. Dann ging Adam zum Pronold und gratulierte zur Wiederwahl.