bedeckt München 21°

Oberbayern:Mutmaßlicher Mörder von Rott am Inn war aus Psychiatrie geflohen

Zwei Menschen in Rott am Inn erstochen

Das Haus in Rott am Inn, in dem am Montagabend zwei Menschen erstochen wurden.

(Foto: dpa)
  • Ein 25 Jahre alter Mann ist dringend verdächtig, in Rott am Inn eine Frau und einen Mann im Streit um Lärm erstochen zu haben.
  • Der Mann war drei Wochen vor der Tat als Häftling aus einer psychiatrischen Klinik ausgebrochen.
  • Es hatte vor der Tat Streit der Opfer mit einer 20-jährigen Nachbarin gegeben - die junge Frau gilt nicht als tatbeteiltigt, wurde aber inzwischen in eine Psychiatrie eingewiesen.

Der mutmaßliche Doppelmörder von Rott am Inn war ein verurteilter Straftäter auf der Flucht. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte, befand sich der 25-Jährige bis zum 4. Februar nach einer Verurteilung wegen schwerer räuberischer Erpressung im Maßregelvollzug eines psychiatrischen Krankenhauses. Bei einem unbegleiteten Hofgang auf dem Klinikgelände konnte er die Flucht ergreifen, es wurde seitdem nach ihm gefahndet.

Am Montagabend war in der oberbayerischen Gemeinde Rott ein Streit über Lärmbelästigung unter Nachbarn eskaliert - dabei hatte der Mann laut Polizei ohne Vorwarnung ein Messer gezückt und zwei Senioren erstochen. Die Bluttat an der Frau, 66, und dem Mann, 73, ereignete sich in einem Wohn- und Geschäftshaus im Zentrum des 4000-Einwohner-Orts zwischen Rosenheim und Wasserburg. Beamte hatten noch in der Nacht zum Dienstag den Mann festgenommen. Die Polizei teilte mit, dass es sich um einen türkischen Staatsbürger handelt, der bereits viele Jahre in Deutschland leben soll. Dieses Detail gab es offenbar auch deshalb, weil angeblich in der Gemeinde Gerüchte die Runde machten, dass ein Flüchtling die Morde begangen habe.

Main-Spessart-Kreis

Polizei sucht Kind, das vielleicht gar nicht fehlt

In Unterfranken beobachten Zeugen, wie ein Autofahrer ein Kind an einer Bundesstraße aussetzt. Aber in der Region vermisst niemand ein Kind.   Von Claudia Henzler

Es hatte vor der Tat Streit der Opfer mit einer 20-jährigen Nachbarin gegeben. Die Verkäuferin wohnte in dem Haus, sollte aber wegen diverser Vorfälle ausziehen. Der 25-Jährige war bei ihr anscheinend untergekommen; ein Kontakt des flüchtigen Straftäters zu der Frau war den Behörden aber im Rahmen der Fahndung zuvor nicht bekannt gewesen, erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Ermittlerkreisen.

Nach der Beschwerde über den Lärm zeigte sich der Mann laut Polizei "hoch aggressiv und fügte den beiden Opfern völlig unvermittelt die tödlichen Verletzungen zu". Ärzte konnten den Opfern nicht mehr helfen. Die Senioren sollen kein Paar gewesen sein und in getrennten Wohnungen im Haus gelebt haben. Die junge Frau wehrte sich bei der Festnahme massiv, auch später in der Dienststelle, sie brach dabei einem Beamten den Finger. Den Tatverdächtigen griffen die Beamten dann in der neuen Wohnung der 20-Jährigen auf. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen zweifachen Mordes, die Verkäuferin wurde nach ihrer Vernehmung entlassen.

Kaum auf freiem Fuß, soll sie am Abend am Rosenheimer Bahnhof Reisende beleidigt haben. Einer Streife der Bundespolizei leistete sie erneut Widerstand, bespuckte und verletzte die Beamten leicht. Sie wurde deshalb in psychiatrische Behandlung eingewiesen. Eine Beteiligung an den Tötungsdelikten wird ausgeschlossen. Zur Waffe und zur Frage, ob Drogen im Spiel waren, will die Polizei zunächst keine Auskünfte geben.

Mord in Königsdorf Überlebendes Opfer von Königsdorf wurde schwer misshandelt

Doppelmord in Oberbayern

Überlebendes Opfer von Königsdorf wurde schwer misshandelt

Die 76-Jährige schwebt nach dem Doppelmord in ihrem Haus nicht mehr in Lebensgefahr. "Die physischen und psychischen Belastungen, denen sie ausgesetzt war, waren enorm", berichtet die Polizei.   Von Claudia Koestler und Johann Osel