Obduktion nach Zugspitz-Unglück Erfroren am Berg

Die Obduktion der zwei toten Bergläufer ist abgeschlossen: Mindestens einer der Männer starb an Unterkühlung. Der Veranstalter zeigt sich zutiefst betroffen.

Von Sarina Märschel

Die Untersuchungen zu den beiden Todesfällen beim Extremberglauf zur Zugspitze dauern an. Die Obduktion ist aber nun abgeschlossen: Einer der Läufer starb an Unterkühlung, sagte Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl. Beim anderen gestorbenen Sportler konnte die Todesursache nicht eindeutig festgestellt werden, sagte Hödl zu sueddeutsche.de. Die Rechtsmediziner hätten nicht eindeutig feststellen können, ob der Mann an Unterkühlung oder einem Herz-Kreislauf-Kollaps gestorben sei. Eine vorherige Erkrankung als Ursache für seinen Tod sei aber auszuschließen.

Helfer laden am Sonntag auf der Zugspitze einen unterkühlten Extremsportler in einen Rettungshubschrauber. Angeblich hat der Veranstalter Böen und Schneeschauer angekündigt.

(Foto: Foto: dpa)

Ein 41-Jähriger aus Witten in Nordrhein-Westfalen und ein 45-Jähriger aus Ellwangen in Baden-Württemberg waren am Sonntag bei dem Lauf über 2100 Höhenmeter ums Leben gekommen. Sechs Sportler waren mit Erschöpfungserscheinungen und Unterkühlungen in Krankenhäuser eingeliefert worden. Ein Sprecher der Polizeidirektion Weilheim sagte, inzwischen seien alle wieder zu Hause. Die Vernehmung der Verletzten sei aber noch nicht abgeschlossen.

Der Veranstalter des Rennens, Peter Krinninger, wurde nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft bereits befragt. Er sei "kooperationsbereit" gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Krinninger gilt bislang als Zeuge bei der Untersuchung. Die Staatsanwaltschaft München prüft derzeit, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen ihn einleitet. Wann das Ergebnis vorliege, sei noch unklar, sagte Hödl. Die Entscheidung werde aber nicht mehr am Dienstag fallen.

"Tiefstes Bedauern" des Veranstalters

Zunächst hatte Peter Krinninger seine Entscheidung öffentlich verteidigt, den Wettbewerb erst so spät zu stoppen. Dem Münchner Merkur sagte der Inhaber der Agentur "getgoing", viele Teilnehmer hätten ihn bereits im verangenen Jahr bedrängt, den Wettkampf fortzusetzen. 2007 war der Extremlauf aufgrund schlechtes Wetters abgebrochen worden, damals kamen keine Sportler ernsthaft zu Schaden. Auf Anraten der Staatsanwaltschaft äußert sich Krinninger nun nicht mehr öffentlich zu dem Berglaufunglück.

Auf der Homepage des Zugspitzlaufs bittet der Veranstalter "in Anbetracht der tragischen Vorfälle" um Verständnis dafür und begründet: "Die Untersuchungen auf verschiedenen Ebenen lassen noch keine Stellungnahme zu. Wir möchten es jedoch nicht versäumen an dieser Stelle unser tiefstes Bedauern und unsere persönliche Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen."

Klar ist, dass Krinninger schon vor dem Lauf angekündigt hatte, dass eine Streckenänderung im Extremfall auch am Tag während des Laufes möglich sei. Diese würde an der Verpflegungsstelle der Knorrhütte auf einem Schild angezeigt werden.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen nun klären, ob beispielsweise die Wetterlage schon am Morgen bekannt war und ob die Bergläufer ausreichend informiert worden seien. Laut Hödl gab es eine Internetveröffentlichung des Veranstalters vor dem Rennen. Darin soll der Veranstalter am Sonntag selbst auf das schlechte Wetter aufmerksam gemacht haben. Es wurden Gewitterneigung, Schneeschauer und Böen angekündigt. Ob es diese Wetterwarnung wirklich gab, konnte der Oberstaatsanwalt noch nicht bestätigen, ihm lag die Internetveröffentlichung am Dienstagmorgen nicht vor.

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