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Nürnbergs OB Ulrich Maly:"Wir haben den Grünen nie ein Eheversprechen gegeben"

Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly

Der neue Star der bayerischen SPD: Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Die Grünen sind sauer auf Ulrich Maly: Der SPD-Oberbürgermeister führt in Nürnberg eine rot-schwarze Koalition - obwohl Rot-Grün möglich wäre. Im SZ-Interview erklärt Maly nun, warum er gar kein Interesse an einem Politikwechsel hat.

Es ist jetzt drei Monate her, dass der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) mit triumphalen 67 Prozent im Amt bestätigt worden ist. Seine drittes Mal, sein bestes Ergebnis. Da freuten sich die Genossen, und die CSU von Finanzminister Markus Söder als Bezirkschef zog ein langes Gesicht, sie musste um die rot-schwarze Kooperation fürchten, die in Nürnberg bisher recht harmonisch regierte. Denn nun hätte es auch für eine Mehrheit mit den Grünen gereicht und die machten sich entsprechende Hoffnungen. Aber Maly und die SPD wollen weiter mit der CSU regieren. Und die Grünen sind beleidigt.

Enttäuschte Worte fallen zurzeit in der Stadt, der Grünen-Chef nannte Maly einen "milde lächelnden Stadtpräsidenten". Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung reagiert nun der Oberbürgermeister. "Wir haben den Grünen nie ein Eheversprechen gegeben", sagt er. Ihn treibt die Sorge um, ob Rot-Grün die SPD nicht eher schwächen könnte. Schließlich sei die SPD in Nürnberg eine Partei der Mitte und diese Politik kann er besser mit der CSU machen.

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Nicht aus Liebe, das sagt er auch: "Es ging um eine nüchterne Abwägung der Fakten." Den Politikwechsel, den die Grünen so gerne gehabt hätten, den will Maly gar nicht. "Warum sollte ich eine Politik wechseln wollen, die ich seit zwölf Jahren mache" - und die offenbar bei den Wählern gut ankomme, sagt er.

Die will er also weiter machen - in Nürnberg und keinesfalls in der Landespolitik. Seit seinem fulminanten Ergebnis wird er immer wieder als nächster SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl gehandelt. Aber Maly will sich nicht überreden lassen: "Das war, ist und bleibt aussichtslos."

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