Verdächtige Substanz in GewerkschaftshausWegen Warnstreiks: Drohbrief löst Milzbrand-Alarm aus

Menschen in Schutzanzügen arbeiten vor dem Verdi-Gewerkschaftshaus in Nürnberg.
Menschen in Schutzanzügen arbeiten vor dem Verdi-Gewerkschaftshaus in Nürnberg. Sven Grundmann/NEWS5/dpa

Im Verdi-Gewerkschaftshaus in Nürnberg wird ein Brief mit weißem Pulver gefunden – und eine Drohung. Später stellt sich die Substanz als harmlos heraus.

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Nach dem Eingang eines Drohbriefes bei der Gewerkschaft Verdi in Nürnberg mit einem verdächtigen, aber ungefährlichen Pulver nehmen Kriminalspezialisten das Schreiben nun genau unter die Lupe. Es werde nach Fingerabdrücken und DNA-Spuren gesucht, um Hinweise auf den Absender zu bekommen, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben der Gewerkschaft steht der Brief in Zusammenhang mit den Warnstreiks in den vergangenen Wochen.
Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage aus ermittlungstaktischen Gründen nicht zum Inhalt des Schreibens. Laut dem Verdi-Landesbezirk Bayern stand darin, dass alle Beschäftigten der Gewerkschaft „an Milzbrand sterben“ sollten. Als Begründung wurden demnach die Streiks genannt.

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„Ganz offensichtlich wollen die Täter Angst und Verunsicherung verbreiten“, teilte die Verdi-Landesbezirksleiterin Luise Klemens mit. „Wir verzeichnen in den letzten Monaten eine Zunahme von Drohungen, die sich im Kern dagegen richten, dass die Menschen ihr demokratisches Grundrecht auf Streik wahrnehmen.“

Der Drohbrief hatte am Mittwoch für einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften am Gewerkschaftshaus am Kornmarkt gesorgt. Als der Brief am Mittwochvormittag bei Verdi einging, befanden sich nach Angaben der Stadt elf Menschen auf der Etage. Mindestens drei davon kamen in Kontakt mit dem Pulver. Eine Person musste laut dem Bayerischen Roten Kreuz betreut werden, weil der Vorfall sie psychisch belastete. Die Betroffenen kamen vorsichtshalber vorübergehend in Quarantäne. Später ergaben Analysen, dass die weiße Substanz ungefährlich ist.

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