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Nürnberg:Tiergarten zieht Bilanz

Gorillababy beschert Tiergarten Nürnberg drittbestes Jahr

Der Gorillajunge Kato hält sich in seinem Gehege im Tiergarten Nürnberg an seiner Mutter Habibu fest.

(Foto: Daniel Kamann/dpa)

Gorillas waren 2019 Höhepunkt für viele Besucher

Mit rund 1,2 Millionen Besuchern hat der Tiergarten Nürnberg 2019 das drittbeste Jahr seines Bestehens verzeichnet. Der Höhepunkt sei die Geburt des Gorillajungen Kato gewesen, sagt der stellvertretende Direktor, Helmut Mägdefrau. Kato wurde am 3. November von Mama Habibu geboren und ist der erste Gorilla-Nachwuchs in Nürnberg seit mehr als 40 Jahren. Gorilla-Vater Thomas war 2018 nach dem Tod von Leittier Fritz aus Valencia in den Nürnberger Zoo gekommen.

Zwar waren die verkauften Dauerkarten etwas rückläufig. Jedoch ist die Zahl der Mitgliedschaften im Förderverein um fast zehn Prozent auf 4113 gestiegen. "Das zeigt, dass wir einen großen Zuspruch haben", sagt Mägdefrau. Die Frage, ob Tiergärten noch zeitgemäß seien, wies er zurück: "Wenn es keine Zoos gäbe, müsste man sie erfinden." Sie dienten der Bildung, dem Artenschutz und der Forschung. "Das Leben im Zoo ist anders als in der Natur, aber nicht schlechter." Zoos ermöglichten, bedrohte Tierarten so lange zu schützen, bis sie ausgewildert werden könnten, sobald ihr Lebensraum wieder gesichert sei.

Erfolgreicher als das vergangene Jahr waren nach Mägdefraus Angaben nur die Jahre 2008, als das Eisbärjunge Flocke die Massen anzog, sowie 2011, als die Delfinlagune eröffnet wurde. Zum Jahresende beherbergte der Nürnberger Tiergarten insgesamt 6414 Tiere aus 320 Arten. Nach dem Tierpark Berlin gilt er als der flächenmäßig zweitgrößte Zoo in Deutschland.

Nach dem Tod von Gorilla Fritz, der betagten Ikone des Nürnberger Zoos, war aus Valencia der Gorilla Thomas nach Franken geschafft worden, das neue Oberhaupt der Gorillagruppe. Dieser Transfer war zunächst nicht reibungslos verlaufen: Der Gorilla war tatsächlich Siesta gewohnt und blieb abends länger wach, während seine fränkischen Artgenossinnen schlafen wollten. Im November 2019 kamen trotzdem zwei Weibchen nieder. Ein Junges des Gorillaweibchens Louna starb zunächst. Danach aber brachte Habibu mit Kato ein gesundes Junges zur Welt. Mägdefrau hatte anschließend von einem "unfassbaren Wechselbad der Gefühle" gesprochen. Kato habe die Gorillagruppe "regelrecht zusammengeschweißt".

© SZ vom 17.01.2020 / dpa, prz
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