Nürnberger TiergartenTierschützer bauen Protestcamp auf – sechs Paviane verfüttert

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Das Protestcamp am Nürnberger Tiergarten soll eine Woche lang aufgebaut bleiben.
Das Protestcamp am Nürnberger Tiergarten soll eine Woche lang aufgebaut bleiben. Daniel Löb/dpa

Unter großem Protest wurden zwölf Paviane im Nürnberger Tiergarten getötet – verfüttert wurde die Hälfte von ihnen, ohne Kopf, Hände und Füße. Für Tierschutz-Aktivisten aber ist der Protest noch lange nicht vorbei.

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Die vom Nürnberger Tiergarten getöteten Paviane sind inzwischen an Raubtiere des Zoos verfüttert worden. Dass den Tieren davor der Kopf sowie Hände und Füße abgetrennt wurden, stieß bei Besuchern teilweise auf Kritik. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der stellvertretende Leiter des Tiergartens, Jörg Beckmann, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass den Tieren der Kopf abgeschnitten worden sei, um Schädel und Gehirne für wissenschaftliche Zwecke nutzen zu können. Die Hände und Füße der Paviane habe man aus Respekt gegenüber den Besucherinnen und Besuchern entfernt.

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Sechs der zwölf aus Platzgründen getöteten Paviane seien an Löwen, Tiger, Mähnenwölfe und Buntmarder verfüttert worden. Von vier Tieren werden die Skelette demnach für ein Museum präpariert, zwei Affen waren bereits bei der Narkose vor der geplanten Tötung gestorben. Sie wurden zur Klärung der Todesursache an die Pathologie übergeben und sollen nicht verfüttert werden.

Beckmann betonte, der Tiergarten habe im Vorfeld kommuniziert, dass sie die Paviane nach der Tötung verfüttern wollten. „Diese Transparenz behalten wir bei und dazu stehen wir.“ Als Gründe der Verfütterung führte Beckmann unter anderem an, dass Tierkörper mit Fell und Knochen für die Zahngesundheit von Beutegreifern besser seien als alle anderen Futtermittel. „Dadurch muss unseren Tieren, im Gegensatz zu vielen Haustieren, nicht unter Vollnarkose Zahnstein entfernt werden.“

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Die Ganzkörperfütterung stelle zudem eine natürliche Beschäftigung für die Raubtiere dar, sie müssten sich ihr Futter erarbeiten. „Die Evolution hat sie extra dafür mit entsprechenden Krallen und Zähnen ausgestattet. Keine Naturdoku über große Raubtiere, in denen sie nicht spektakulär Beute schlagen oder zumindest am Riss fressen.“

Der Tiergarten hatte in der Vorwoche zwölf Paviane aus Platzgründen getötet. Demnach war das Gehege seit Langem überfüllt und eine tierschutzkonforme Haltung nicht mehr möglich. Eine Abgabe der überzähligen Tiere sei nicht möglich gewesen, auch Verhütungsmaßnahmen bei den Weibchen hätten in der Vergangenheit nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

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Tierschutzaktivisten kritisierten den Tiergarten daraufhin scharf. Bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ging eine dreistellige Anzahl an Anzeigen wegen der mutmaßlich illegalen Tötung der Tiere ein. Die Behörde prüft den Sachverhalt laut einer Sprecherin.

Protestcamp errichtet

Die Gruppe „Animal Rebellion“ begann am Montag damit, ein Protestcamp in der Nähe des Tiergartens aufzubauen. Das Camp soll bis zum kommenden Montag bestehen bleiben. Laut einer Sprecherin der Gruppe steht bislang ein Pavillon, zwölf Beteiligte seien dort. In den kommenden Tagen sollen ein großes Zelt und ein Banner in den Bäumen dazukommen, zudem seien mehrere Demonstrationen vor dem Eingang des Tiergartens geplant. Da der Regen im Laufe der Woche dem Sonnenschein weichen soll, rechnete die Sprecherin mit 50 bis 100 Teilnehmenden.

Die Gruppe will nach eigenen Angaben unter anderem erreichen, dass keine weiteren Affen getötet werden dürfen. Zudem solle die Zucht eingestellt werden. Der Tiergarten teilte dazu mit: „Jeder Protest, der friedlich bleibt, ist für uns in Ordnung.“ Die Einstellung der Zucht stehe dagegen im Widerspruch zum gesetzlichen Auftrag, Arten zu erhalten. Dies gelinge nur, wenn man über Generationen hinweg fortpflanzungsfähige Populationen erhalte.

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