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Polizei in Bayern:Tödlicher Gleis-Schubser in Nürnberg: Zwei Jugendliche angeklagt

Zwei Männer nach Streit von S-Bahn überrollt

Nach Angaben der Polizei gerieten an der Haltestelle Frankenstadion in Nürnberg mehrere Leute aneinander. Drei Männer fielen bei dem Streit auf die Gleise.

(Foto: dpa)

Nach dem Tod von zwei Jugendlichen an der S-Bahnstation Frankenstadion wurde gegen zwei 17 Jahre alte Tatverdächtige ermittelt. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt: Wollten sie töten?

Wegen Körperverletzung mit Todesfolge hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen zwei 17 Jahre alte Jugendliche Anklage erhoben. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Die beiden sollen im Streit drei Jugendliche auf ein Nürnberger S-Bahngleis geschubst haben - zwei von ihnen wurden kurz darauf von einem einfahrenden Zug überrollt und tödlich verletzt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten die aus dem Landkreis Fürth stammenden Beschuldigten Ende Januar nach einem abendlichen Discobesuch zusammen mit etlichen anderen jungen Leuten an der Station Frankenstadion auf die nächste S-Bahn gewartet. Aus nichtigem Anlass sei es plötzlich auf dem beengten Bahnsteig zu einem Tumult gekommen, hieß es. Dabei hätten die beiden Verdächtigen plötzlich einen vor ihnen stehenden Jugendlichen ins Gleis geschubst. Wegen des dichten Gedränges und der Wucht des Stoßes seien dabei noch zwei andere Jugendliche auf die Gleise gestürzt.

Während ein Jugendlicher sich noch habe retten können, seien zwei Jugendliche aus Heroldsberg im Landkreis Erlangen-Höchstadt von einem durchfahrenden Zug überrollt und getötet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bei Polizeivernehmungen hätten die beiden in U-Haft sitzenden jungen Männer zwar eingeräumt, den Jugendlichen ins Gleis geschubst zu haben - aber keineswegs, um ihn zu töten. Nach intensiven Ermittlungen, bei denen 150 Zeugen vernommen wurden, gehen auch die Ankläger nicht mehr von einer Tötungsabsicht aus. Denn die beiden jungen Männer hätten nicht gewusst, dass zum Tatzeitpunkt eine Zugdurchfahrt zu erwarten gewesen sei. Mit der fahrplanmäßigen S-Bahn sei nämlich erst zehn Minuten später zu rechnen gewesen, betont die Staatsanwaltschaft.