Festival in NürnbergRock im Park: Sonne, gute Laune, laute Musik

Lesezeit: 2 Min.

Beste Stimmung beim Open-Air-Festival Rock im Park.
Beste Stimmung beim Open-Air-Festival Rock im Park.
Foto: Daniel Karmann/dpa

80 000 Musikfans haben drei Tage lang in Nürnberg getanzt und gefeiert. Nur wenige Dinge störten die gute Stimmung.

SZ bei Google bevorzugen

Drei Tage laute Musik, Partys vor den Bühnen und viel Sonne – bei Rock im Park in Nürnberg haben Zehntausende Fans gut gelaunt gefeiert. Nach Regen beim Start am Freitag wurden die Parkrocker die meiste Zeit mit bestem Festivalwetter belohnt. Rund 70 Konzerte standen während der drei Tage auf dem Programm. Viele Fans fieberten vor allem dem Auftritt der US-Rockband Linkin Park entgegen, die zum Abschluss des Festivals auf der Hauptbühne auftreten sollte. Zeitgleich stieg in der Eifel das Zwillingsfestival Rock am Ring, wo zeitversetzt dieselben Bands spielten.

Rund 80 000 Besucherinnen und Besucher waren nach Angaben der Veranstalter täglich auf dem Gelände. Das Festival war damit ausverkauft. Zeitweise bildeten sich am Einlass zu den Bühnen, vor den Toiletten, den Trinkwasserstellen und den Imbissständen lange Schlangen. Auch wer an einem Selfie-Spot ein Erinnerungsfoto von sich unter dem Rock im Park-Logo schießen wollte, brauchte Geduld.

Für ein Foto mit dem Logo-Schriftzug des Festivals standen die Besucher lange Schlange.
Für ein Foto mit dem Logo-Schriftzug des Festivals standen die Besucher lange Schlange.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Vor den großen Bühnen gab es in diesem Jahr deutlich mehr Platz. Mehr Ein- und Ausgänge an der Hauptbühne sollten zudem dafür sorgen, dass die Fans schneller von einem zum anderen Konzert wechseln können und es zu weniger Staus an den Übergängen kommt. Von den Fans gab es dafür Lob: „Sämtliche Änderungen, die getroffen worden sind, sind super. Man hat das Gefühl, dass die Kritik gehört wurde“, sagte Marie-Therese aus Innsbruck. Mit ihrer Freundin Petra ist sie bereits zum neunten Mal bei Rock im Park. „Es fällt auf, dass mehr Platz ist“, sagte diese. „Letztes Jahr war es schon sehr eng.“

Nicht nur die Musikfans feierten die Auftritte auf den Bühnen. Viele Bands bedankten sich ausdrücklich beim Publikum. „Dankeschön für diesen wunderschönen, unfassbaren Abend“, rief etwa der Rapper Marteria. Am Ende stieg er in die tanzende Menge. Auch der Rapper Finch verließ die Bühne, um sein letztes Lied quasi auf Augenhöhe mit den Fans zu singen.

Die britische Rockband The Subways adressierte die Besucherinnen und Besucher sogar auf Deutsch: „Danke an alle“, sagte Bassistin und Sängerin Charlotte Cooper. Denn ohne die vielen Fans gäbe es die Bands nicht. Die Sängerin Anna Grey betonte, wie wichtig es im TikTok-Zeitalter sei, solche Live-Momente zu erleben und zu Konzerten zu gehen. „Hört nicht damit auf!“, forderte sie das Publikum auf.

70 Konzerte an drei Tagen, da sollte für jeden etwas dabei sein. Hier Bryan Keith „Dexter“ Holland, Gitarrist und Sänger der US-amerikanischen Punkband „The Offspring“.
70 Konzerte an drei Tagen, da sollte für jeden etwas dabei sein. Hier Bryan Keith „Dexter“ Holland, Gitarrist und Sänger der US-amerikanischen Punkband „The Offspring“.
Foto: Daniel Karmann/dpa
Der deutsche Rapper Finch zeigte Haut beim Auftritt.
Der deutsche Rapper Finch zeigte Haut beim Auftritt.
Foto: Daniel Karmann/dpa
Taylor Momsen, Sängerin und Ben Phillips, Gitarrist, Mitglieder der US-amerikanischen Rockband „The Pretty Reckless“ traten ebenfalls in Nürnberg auf.
Taylor Momsen, Sängerin und Ben Phillips, Gitarrist, Mitglieder der US-amerikanischen Rockband „The Pretty Reckless“ traten ebenfalls in Nürnberg auf.
Foto: Daniel Karmann/dpa

6,90 Euro für einen halben Liter Bier, 13 Euro für Currywurst mit Pommes, 13,50 Euro für Falafel – für Getränke und Essen mussten die Besucherinnen und Besucher einiges ausgeben. „Das ist happig“, meinte ein Besucher, der als Super-Mario-Bösewicht Waluigi verkleidet war. Sein Kollege, der als Mario unterwegs war, ergänzte: „Das war letztes Jahr auch schon so. Aber die ganze Zeit nur Dosenessen geht auch nicht.“

Dazu kamen durchschnittlich 300 Euro für das Wochenend-Ticket – laut Veranstalter ist der Ticketpreis damit im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich geblieben. „Der Ticketpreis passt, man bekommt ja einiges dafür“, sagt Elias aus Neumarkt in der Oberpfalz. Nur über die 4,50 Euro für seinen schwarzen Kaffee habe er sich geärgert.

Kreative Verkleidungen gehören bei Rock im Park dazu. Diese beiden kamen als Videospielfiguren Mario (rechts) und Waluigi.
Kreative Verkleidungen gehören bei Rock im Park dazu. Diese beiden kamen als Videospielfiguren Mario (rechts) und Waluigi.
Foto: Daniel Karmann/dpa
Manches Kostüm ist für sommerliche Temperaturen ausgelegt.
Manches Kostüm ist für sommerliche Temperaturen ausgelegt.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Rettungskräfte hatten wieder viel zu tun: Rund 1800 Mal halfen sie bis Sonntagmorgen verletzten oder erkrankten Besucherinnen und Besuchern. Dabei sei es hauptsächlich um Kreislaufbeschwerden, kleinere Verletzungen, Insektenstiche und Prellungen gegangen, erläuterte der Sprecher des Sanitätswachdienstes, Sohrab Taheri-Sohi.

Auffällig war, dass die Rettungskräfte wieder weniger Musikfans versorgen mussten, die zu viel Alkohol getrunken oder Drogen genommen hatten. „Insgesamt zeigten sich die Festivalbesucherinnen und Festivalbesucher friedlich, aufmerksam und hilfsbereit“, sagte Taheri-Sohi.

Für eine eher ungewöhnliche Behandlung sorgte eine Besucherin, die versehentlich den Verschluss einer Getränkedose verschluckt hatte. Bemerkenswert war auch das Alter des ältesten Festivalgastes, dem die Rettungskräfte an dem Wochenende halfen: 82 Jahre.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Reden wir über Bayern mit Lenny Schinn
:„Bairisch flowt einfach schöner als Hochdeutsch“

Reggae auf Bairisch? Für Lenny Schinn ist das authentisch. Ein Gespräch über Dialekt als künstlerische Befreiung und eine Kindheit als einziger Schwarzer in einer niederbayerischen Kleinstadt.

SZ PlusInterview von Patrick Wehner

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: