Nürnberg"Rock im Park" geht friedlich zu Ende - die Bilanz des Festivals

Lesezeit: 2 Min.

Besucherin beim Open-Air-Festival "Rock im Park"
Besucherin beim Open-Air-Festival "Rock im Park" dpa

Drei Tage feiern gut 75 000 Menschen vor den Bühnen. Für den Sanitätswachdienst gibt es deutlich weniger zu tun als 2019 - doch Müll bereitet weiterhin Probleme.

Abtanzen vor den Bühnen, laute Rockmusik, Liebes-Duschen für die Fans und unbequeme Schuhe - nach zwei Jahren Festival-Pause haben rund 75 000 Musikfans bei "Rock im Park" ausgelassen gefeiert. Doch im Gegensatz zu früheren Jahren sind sie dabei vorsichtiger und vernünftiger. Für den Sanitätswachdienst gibt es im Vergleich zum letzten Mal "Rock im Park" 2019 deutlich weniger zu tun. Die Besucherinnen und Besucher wollen nach so langer Pause den Festival-Genuss offenbar nicht gefährden.

Der Sanitätswachdienst verzeichnete vom Anreisetag Donnerstag bis zum Abreisetag Montag deutlich weniger Notfälle. Fast 2950 Mal mussten die Einsatzkräfte in diesem Jahr Hilfe leisten und damit rund 500 Mal weniger als 2019, teilte das Bayerische Rote Kreuz am Montag mit. Auf dem Festivalgelände rund um das Zeppelinfeld waren rund 1800 freiwillige Helfer für den Sanitätswachdienst im Einsatz.

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Vielen Musikfans in dem Gedränge vor den Bühnen ist anzumerken, wie sehr sie es genießen, wieder zusammen zu feiern und zu tanzen. Viele liegen sich in den Armen, springen wie wild im Takt der Musik und singen und jubeln, bis sie heiser sind. Der Regen am Sonntag kann die Stimmung nicht schmälern, das angesagte Unwetter bleibt aus. Die Sportfreunde Stiller treten auf, außerdem Bands wie Placebo, Deftones und Muse. Corona und der Krieg in der Ukraine scheinen während des dreitätigen Festivals für einen Moment vergessen zu sein.

Die britische Rockband Muse bei "Rock im Park"
Die britische Rockband Muse bei "Rock im Park" dpa

Doch mit so vielen Menschen auf dem Gelände rund um das Zeppelinfeld in Nürnberg zusammenzukommen, ist für viele auch erstmal etwas unwirklich. Besonders deutlich wird das auf den Tribünen, über die viele Zugänge zur Hauptbühne auf dem Zeppelinfeld führten. "Ach, du Scheiße, sind das viele", sagt ein Besucher, als er die vielen Zehntausend unter sich erblickt. "Diese Massen", sagt eine andere Besucherin. Wie viele andere bleibt sie stehen, um von oben das Gedränge mit dem Smartphone zu fotografieren. Immer wieder müssen Sicherheitsmitarbeiter die Menschen auffordern weiterzugehen. Aber auch die Bands feiern das Comeback der Festivals: "Ich bin so dankbar, dass es wieder geht", sagt Musiker Jan Delay am Samstagabend auf der Bühne. "Dieses Festival bedeutet so viel für uns alle", ruft auch Green Day-Sänger Billie Joe Armstrong und wirft Kusshände ins Publikum.

Einen bemerkenswerten Auftritt legt am Samstag auch die italienische Rockband Måneskin hin. Frontmann Damiano David kommt in schwarzem Lackanzug, weißem Netzhemd und hohen weißen Plateaustiefeln auf die Bühne, Gitarrist Thomas Raggi in einem Anzug mit Schlag und glänzendem 70er-Jahre-Muster. Doch nach einigen Songs, bei denen David kräftig über die Bühne rockt, wechselt er unter lautem Beifall auf flachere Schuhe mit der Bemerkung, dass er mit den hohen Absätzen nicht weitermachen könne.

Noch eins erinnert an frühere Jahre: die Müllflut. Zeitweise quellen die Mülleimer über, vor den Bühnen liegt platt getretener Abfall. Für Kopfschütteln sorgt bei Besucherinnen und Besuchern auch, dass das Radler auf dem Festivalgelände aus Dosen ausgeschenkt wird. Dabei hat der Veranstalter angekündigt, dass "Rock im Park" nachhaltiger und grüner werden will. Fünf Prozent weniger Müll im Vergleich zu 2019 sind erklärtes Ziel für dieses Jahr. Um die 180 Tonnen werden es dann aber immer noch sein.

Am Montag begann auf dem Gelände wieder der Abbau, Reinigungsdienste sammelten Müll auf. Bis Mittwoch will der Veranstalter eigenen Angaben nach alle Spuren von "Rock im Park" beseitigt haben.

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