Nürnberg Neonazi-Fackelzug auf Reichsparteitagsgelände bleibt ohne Konsequenz

Ein Dutzend Neonazis zogen vor die Zeppelintribüne.

(Foto: dpa)
  • Im Feburar waren ein Dutzend Rechtsextremer erst vor einer Flüchtlingsunterkunft in Nürnberg aufmarschiert und anschließend mit Fackeln auf das Reichsparteitagsgelände gezogen.
  • Die Ermittler sehen darin keine Straftaten.
  • Weder seien Bewohner des Asylheims bedroht und beleidigt worden noch stelle der Fackelzug eine Verhamlosung von Nazi-Verbrechen dar.

Der umstrittene Fackelzug eines Dutzend Rechtsextremer auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände Ende Februar bleibt für die Betroffenen ohne strafrechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft habe ihre Ermittlungen gegen die Beteiligten eingestellt, teilte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Dienstag mit. Die ermittelnden Beamten seien zu dem Ergebnis gekommen, dass mit dem Verhalten der Teilnehmer "kein Straftatbestand erfüllt" sei, sagte die Sprecherin.

So hätten die Teilnehmer vor einem zuvor aufgesuchten Asylbewerberheim weder Bewohner noch Mitarbeiter bedroht oder beleidigt. Der Fackelzug auf das unweit davon gelegene frühere Reichsparteitagsgelände könne wiederum nicht als "Verharmlosung der von Nazis verübten Verbrechen gesehen werden". Die Versammlung stelle allenfalls einen Verstoß gegen das bayerische Versammlungsgesetz dar; diese Ordnungswidrigkeit müsse aber die Stadt Nürnberg ahnden, sagte die Sprecherin.

Anfang Februar hatte ein Dutzend Rechtsextremer mit Fackeln unter anderem auf der Zeppelintribüne posiert, von der in den 1930er-Jahren Adolf Hitler sprach. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) hatte die Versammlung der Neonazis scharf verurteilt.

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