Süddeutsche Zeitung

Denkmalschutz:Landesdenkmalrat winkt Nürnberger Opern-Ersatzspielstätte durch

Für den Musiktheater-Bau auf dem ehemaligen NS-Gelände gelte aber die Voraussetzung, dass es sich um einen "reversiblen Interimsbau" handeln müsse.

Von Olaf Przybilla

Der Landesdenkmalrat hat sich mehrheitlich für einen interimistischen Opernbau auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände ausgesprochen. Nach etwa zweistündiger Debatte einigte sich das Gremium auf die Formulierung: "Der Landesdenkmalrat stimmt der teilweisen Bebauung des Innenhofs der Kongresshalle Nürnberg für das Nürnberger Musiktheater unter der Bedingung zu, dass es sich um einen komplett reversiblen Interimsbau handelt, der auch allen weiteren Forderungen des Denkmalschutzes insbesondere in gestalterischer Hinsicht gerecht wird." Der Landesdenkmalrat hat die Aufgabe, die Staatsregierung zu beraten.

"Heftig und intensiv" sei die Diskussion gewesen, berichtet der Ratsvorsitzende Thomas Goppel. Sie habe sich vor allem um die Frage gedreht, ob man an dieser denkmalgeschützten Stätte "etwas tun darf". Eine Minderheit in dem Gremium sei der Ansicht gewesen, bauliche Änderungen seien dort "unzulässig". Die Mehrheit dagegen sei der Auffassung, Änderungen müssten auf den Ort Rücksicht nehmen, seien aber "selbstverständlich möglich". Der Beschluss empfehle nicht ausdrücklich den Rückbau des Opernbaus. Die Mehrheit wolle nur sichergestellt wissen, dass bei einer "weiteren Gestaltung ein möglicher Rückbau berücksichtigt" werde. Der Landesdenkmalrat will im weiteren Verfahren nochmals gehört werden.

Der Stadtrat von Nürnberg will an diesem Mittwoch entscheiden, wo exakt am Kongressbau die Spielstätte gebaut werden soll. Nach dem Vorschlag einer Jury, einem entsprechenden Votum der zuständigen Opernkommission und diversen Äußerungen aus den Fraktionen gilt aber als gesichert, dass die Spielstätte im Innenhof des Rundbaus errichtet werden soll.

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