Justizskandal:"Elf Tage vom eigenen Kind getrennt zu werden, war einfach schrecklich"

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Justizskandal: In den Tagen nach der Massenverhaftung von Nürnberg protestierten zahlreiche Menschen gegen juristische Willkür. Wegen angeblichen "Landfriedensbruchs" waren 141 gleichlautende Haftbefehle ausgestellt worden.

In den Tagen nach der Massenverhaftung von Nürnberg protestierten zahlreiche Menschen gegen juristische Willkür. Wegen angeblichen "Landfriedensbruchs" waren 141 gleichlautende Haftbefehle ausgestellt worden.

(Foto: Karl Staedele/DPA)

Irmela Bess wurde im legendären Nürnberger Kulturzentrum KOMM 1981 Opfer einer Massenverhaftung. Sie wurde eingesperrt und sogar als Dirne diffamiert - zu Unrecht. Entschuldigt hat sich bis heute niemand.

Interview von Olaf Przybilla

An diesem Samstag wird im Nürnberger KunstKulturQuartier die Ausstellung "Lebens(t)räume. KOMM - K4 - Künstlerhaus. Eine Ausstellung zur Wirkung eines Kulturortes" eröffnet (bis 5. Februar 2023). Wie die kürzlich erschienene Monografie "KOMM - 23 Jahre Soziokultur in Selbstverwaltung" beschäftigt sie sich mit der legendären Geschichte des Kulturzentrums am südöstlichen Altstadteingang. Untrennbar damit verbunden sind die Massenverhaftungen von Nürnberg des Jahres 1981, als 141 Menschen für mehrere Tage in Kollektivhaft genommen wurden. Elf Tage in Haft kam damals auch Irmela Bess, die sich als Alleinerziehende für den Abend des 5. März 1981 lediglich vorgenommen hatte, erstmals seit der Geburt ihres Sohnes für ein paar Stunden alleine das Haus zu verlassen. Ein Gespräch über einen prägenden Justizskandal in Bayern.

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