Nürnberg4000 Weißwürste zur Stärkung der Truppe

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Wie es um Senf oder Weißbier bei Söders Spende bestellt ist, war nicht zu erfahren.
Wie es um Senf oder Weißbier bei Söders Spende bestellt ist, war nicht zu erfahren. Robert Haas

Markus Söder hat 200 US-Soldaten ein bayerisches Schmankerl spendiert. Diese Art von Beitrag zur internationalen Militärpolitik ist nichts völlig Neues im Freistaat.

Glosse von Johann Osel

Für die 200 US-Soldaten, die dieser Tage zum Schutz der Nato-Ostflanke am Flughafen Nürnberg angekommen sind, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erbauliche Worte parat, aber auch ein Begrüßungsgeschenk: Der Freistaat spendiert ihnen 4000 Weißwürste. Also nicht nur für die Neuankömmlinge - bis zu fünf Stück zu verzehren, entspräche noch der landestypischen Tradition, aber 20 pro Person wären doch etwas viel -, sondern zur Übersendung nach Grafenwöhr an die Truppe.

Das wird natürlich gleich rauf und runter diskutiert in sozialen Netzwerken. Da ist die Fraktion der Immer-Nörgler, die Söder "Showpolitik" vorwirft oder "Steuergeld verprasst" sieht. Da ist die Humor-Sparte, die sich über den "flauen Magen" amüsiert, der den Amis am nächsten Morgen droht, oder fragt, ob Söder Senf dazugegeben hat - weil er das bekanntermaßen gut könne, also seinen Senf dazugeben. Da sind aber auch viele Menschen, die das einfach für eine "nette Geste" und "bayerische Gastfreundlichkeit" halten. Einer schreibt: "Sollen die Jungs ruhig mal was Richtiges zwischen die Zähne bekommen." Wahrscheinlich kommt man mit der Lesart der Wahrheit doch am nächsten.

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Auch muss man erwähnen, dass die Versendung bayerischer Köstlichkeiten als Beitrag zur internationalen Militärpolitik nichts völlig Neues ist im Freistaat. 300 Kilo heimischer Leberkäs wurden 2017 schon für die Nato-Truppe in Litauen bereitgestellt, mit freundlichen Grüßen aus München, gesponsert hatte das die Landesmetzgerinnung. So wie das leibliche Wohl des Wehrkörpers historisch als bayerisches Herzensanliegen gilt.

In einem Protokoll der Abgeordnetenkammer von 1843 lassen sich etwa Debatten über den Sold nachlesen, eine "Fleischzulage" sollte her. Schließlich könne man, wie ein Redner ausführte, nicht mit "einem kleinen Stückchen Fleisch und ein wenig Gemüse sich nähren, dabei aber den ganzen Tag exerziren, voltigiren und Bajonetfechten". Außerdem, so wurde beklagt, werde im Königreich mancherorts ein doppelter Bierpfennig erhoben, das erschwere den Soldaten die Eigenverköstigung enorm.

Nun, wie es um den Senf oder das Weißbier bei der aktuellen Spende bestellt ist, war nicht zu erfahren. Aber auch so ist es eben wohl einfach eine hübsche Geste. Schmecken soll's ihnen!

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