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Nürnberg:Maly-Nachfolge: Osgyan gilt als grüne Favoritin

Die Stadt Nürnberg steht nach dem angekündigten Verzicht von Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) vor der spannendsten OB-Wahl der vergangenen Jahrzehnte. Die SPD hat sich bereits festgelegt, mit dem 34 Jahre alten Thorsten Brehm, dem Vorsitzenden der Nürnberg-SPD, in den Wahlkampf ziehen zu wollen. Bei der CSU läuft momentan alles auf den 38-jährigen Marcus König hinaus, den Chef der Stadtratsfraktion. Chancen, mindestens in die Stichwahl zu kommen, werden erstmals auch den Grünen eingeräumt. Bislang war aus ihren Reihen lediglich zu hören, dass sie sich - nicht zuletzt angesichts der Schnellentscheidung der SPD - viel Zeit lassen und die Basis in die Entscheidung einbinden wollen; und dass man wohl mit einer Frau ins Rennen gehen werde. Vier Kandidatinnen kamen dafür anfangs in Frage. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung schält sich nun eine deutliche Favoritin heraus: die 48 Jahre alte Landtagsabgeordnete Verena Osgyan.

Osgyan, die 2018 zum zweiten Mal in den Landtag gewählt worden ist, gilt als die profilierteste der bislang gehandelten vier Kandidatinnen. Dem anstehenden OB-Wahlkampf würde diese Personalie zusätzliche Brisanz verleihen, gehen SPD und CSU - bislang dominierend in Nürnbergs Kommunalpolitik - doch voraussichtlich mit sehr jungen Kandidaten ins Rennen. Offiziell bestätigt wird Osgyans Kandidatur allerdings noch nicht. "Es ist noch alles offen, nichts ist fix", sagt auch Osgyan, am Ende werde die Basis entscheiden. Die Partei hat sich selbst höchste Sensibilität auferlegt, um nicht in den Verdacht zu geraten, "wie die SPD im Hinterzimmer zu entscheiden", wie ein führendes Parteimitglied sagt. Als favorisiert für eine OB-Kandidatur galt bislang Britta Walthelm, stellvertretende Chefin der Grünen im Stadtrat. Der ausgewiesenen Umweltpolitikerin wird aber ein Interesse am frei werdenden Amt des Umweltreferenten in Nürnberg nachgesagt. Die zunächst ebenfalls gehandelte Stadträtin Andrea Bielmeier soll aus dem Rennen sein, Stadträtin Andrea Friedel, die sozialpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, dürfte am Ende die Stadtratsliste der Grünen anführen. Bis 30. Mai können sich OB-Kandidaten noch selbst bei einer parteiinternen Findungskommission ins Gespräch bringen, am 27. Juni will sich die Partei entscheiden.