"Lohengrin" in Nürnberg:Als wär's ein Horrorfilm

Lesezeit: 2 min

Sangmin Lee (vorne links) als Friedrich von Telramund und das Ensemble des Nürnberger Staatstheaters in "Lohengrin". (Foto: Bettina Stöß)

Optisch spektakulär: David Hermanns "Lohengrin" am Staatstheater in Nürnberg.

Von Klaus Kalchschmid, Nürnberg

Eigentlich dürfte man den Coup de Téâtre von David Hermanns Inszenierung des "Lohengrin" in Nürnberg nicht verraten. Aber er setzt in den letzten Sekunden den originellen Schlusspunkt, auf den alles zuläuft, einer in mehrfacher Hinsicht problematischen Regie. Wer ist der "neue Herrscher" von Brabant, den der Gralsritter da bei seinem Abschied plötzlich aus dem Hut zaubert? Gottfried, der totgeglaubte Bruder Elsas soll laut Richard Wagner "ein schöner Knabe in glänzendem Silbergewande" sein. Doch alle singen "Weh!" und nach düsterem fis-Moll klingt der finale, ins Fortissimo anschwellende A-Dur-Akkord nicht mehr wie der Gral, den das ätherische Vorspiel so suggestiv in dieser Tonart beschwor.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: