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Nürnberg:"5000 Euro wären schön"

Zocken für die Zukunft: Daniel Pohl (links) und Markus Weber präsentieren ihr "Kneipenquartett".

(Foto: Privat)

Erlöse eines "Kneipenquartetts" sollen Wirten in der Krise helfen

Interview von Maximilian Gerl, Nürnberg

Daniel Pohl, 47 Jahre, und Markus Weber, 50, geben ein "Kneipenquartett" heraus - mit Lokalen, die man aus ihrer Sicht in Nürnberg, Erlangen oder Würzburg mal besucht haben sollte. Die haben allerdings Corona-bedingt derzeit zu. Weber und Pohl wollen darum die Erlöse ihres neusten "Kneipenquartetts" den betroffenen Wirten spenden. Das Spiel wird über örtliche Buchhandlungen und im Internet vertrieben.

SZ: Herr Pohl, ein Quartett über Kneipen, während Kneipen zu haben - perfektes oder unglückliches Timing?

Daniel Pohl: Das haben wir uns auch gefragt. Normalerweise bringen wir jedes Jahr eine Neuauflage raus und tauschen dafür ein paar Lokale aus. Auch Gutscheine von den Kneipen liegen bei - die einzulösen ist gerade eher schwierig. Aber so viele Wirte fürchten um ihre Existenz. Da wollten wir einfach etwas unternehmen.

Wie viel soll denn durchs Quartett zusammenkommen?

5000 Euro wären schön. Wir machen das Ganze nebenberuflich, wir verdienen daran nichts.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee: "Jetzt machen wir ein Kneipenquartett"?

Vor vielleicht 15, 20 Jahren waren wir abends unterwegs und kamen auf unsere Jugend zu sprechen, darauf, dass wir immer gern Quartett gespielt haben. So fing alles an. Die Lokale, die wir für unser Quartett aussuchen, müssen übrigens dafür nichts bezahlen. Sie müssen nur in irgendeiner Form besonders sein.

Das klingt ja nach schönen Recherchen!

Es waren immer lustige Abende. Am Anfang haben wir das "Kneipenquartett" noch für sechs Städte gemacht. Die haben wir uns alle angeschaut, uns von Einheimischen herumführen lassen. Jetzt gehen wir ein bisschen pragmatischer vor.

Ihr Quartett sortiert nach "Bierpreis", "Eröffnungsjahr" oder "Nähe zum Dom". Mussten Sie angesichts der Umstände besondere Corona-Kriterien einführen?

Normalerweise gewinnt die Karte mit dem höchsten, besten oder ältesten Wert in einer Kategorie. Deshalb hat beim "Fassungsvermögen" auch bisher immer die Kneipe gewonnen, in die mehr Menschen passen. Aber in Corona-Zeiten muss man das vielleicht umgekehrt spielen.

© SZ vom 24.11.2020/van
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