Mehr als ein Jahr haben die Stadt und das Klinikum Nürnberg mit dem evangelischen Sozialunternehmen Diakoneo verhandelt. Nun ist eine Einigung gelungen. Die Klinik Hallerwiese und der zugehörigen Cnopfschen Kinderklinik sollen an das Klinikum Nürnberg übergehen.
Genau diese Lösung hat Diakoneo angestrebt. Der Sozialkonzern hatte Anfang des Jahres erklärt, sich von seiner verlustreichen Gesundheitssparte trennen und alle Kliniken „in gute Hände“ übergeben zu wollen. Bei einer Klinik in Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg ist dies gelungen. Die Diakoneo-Klinik Schwabach fand dagegen keinen Käufer und meldete im Juli Insolvenz an. Entsprechend nervös beobachtete man in Nürnberg deshalb die Verkaufsgespräche.
Mit jährlich etwa 3000 Geburten gilt die Klinik Hallerwiese als absolut notwendig für die Versorgung der Region. Die Gespräche über die Zusammenführung beider Häuser verliefen dennoch schwierig.
Dass man trotzdem zu einer Lösung fand, lag am „beträchtlichen Entgegenkommen aller Beteiligten“, sagte der Kämmerer von Nürnberg, Thorsten Brehm, laut Pressemitteilung. Sowohl Diakoneo als auch die Stadt und das Klinikum Nürnberg leisteten jeweils einen wesentlichen Beitrag, um die Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik nachhaltig erfolgreich weiterzuentwickeln. Dieser Satz deutet darauf hin, dass Diakoneo beim Verkauf seiner verlustreichen Häuser Geld draufgelegt haben könnte. Ein sogenannter negativer Kaufpreis war auch beim Verkauf des Diakoneo-Hauses in Schwäbisch Hall vereinbart worden. Offiziell allerdings äußerte sich in Nürnberg keine der beiden Seiten zu den Details der Einigung.
Fast alle schwierigen rechtlichen und finanziellen Fragen hätten gelöst werden können, heißt es in der Mitteilung lediglich. Demnach steht nun nur noch eine Bestätigung seitens der Wirtschaftsprüfer aus. Danach soll der Stadtrat die finanzielle Absicherung beschließen. Diakoneo und das Klinikum Nürnberg wollen dann bereits vom kommenden Jahr an den Zusammenschluss vorbereiten, der dann Anfang 2027 vollzogen werden soll. Durch die Übernahme würde in Nürnberg bundesweit eine der größten Geburtskliniken entstehen.

