Flughafen NürnbergAnwohner protestieren gegen Lärmbelastung in der Nacht

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Flugzeuge können am Flughafen in Nürnberg rund um die Uhr starten und landen. (Symbolbild)
Flugzeuge können am Flughafen in Nürnberg rund um die Uhr starten und landen. (Symbolbild)
Foto: Jan Woitas/dpa

Die Zahl der Nachtflüge am Flughafen Nürnberg steigt. Und damit auch die Belastung für die Anwohner. Eine Bürgerinitiative fordert ein Ende touristischer Nachtflüge. Zuspruch bekommt sie aus Fürth.

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Der Streit um Nachtflüge am Albrecht Dürer Airport Nürnberg flammt wieder auf. Gegner des Nachtflugverkehrs wie die Fluglärm-Schutzgemeinschaft Nürnberg und Umgebung (FLSG) haben für Donnerstagabend zu einer Kundgebung auf dem Hauptmarkt aufgerufen.

Dabei bekommen sie prominente Unterstützung vom Oberbürgermeister der Stadt Fürth, Thomas Jung (SPD). In seiner Stadt seien besonders die nördlichen Vororte vom nächtlichen Fluglärm betroffen. Seine Kritik: Nachtflüge würden aus rein wirtschaftlichen Erwägungen ausgeführt. „Sie sind aber in der deutschen Flughafenlandschaft die große Ausnahme, vergleichbar große Flughäfen wie Memmingen kommen ohne Nachtflüge aus. Nur Leipzig und Nürnberg haben diese als Standard“, sagt Jung auf dpa-Anfrage. Die gesundheitlichen Auswirkungen für die betroffenen Menschen nennt er „verheerend“.

Seiner Meinung nach ist ein schrittweiser Abbau der Zahl der Nachtflüge nötig. Der Politiker schlägt beispielsweise vor, „eine Kernzeit, ohne jegliche Flugbewegung einzuführen, die im Idealfall sechs Stunden, mindestens aber für den Anfang drei Stunden ausmachen sollte“.

Kritik an touristischen Nachtflügen

Viele Anwohnerinnen und Anwohner fühlten sich zunehmend vom nächtlichen Fluglärm in ihrem Schlaf gestört, berichtet auch Robert Mahler, Vorsitzender der Fluglärm-Schutzgemeinschaft. „Und das Ganze hat sich jetzt in den letzten Jahren massiv verschärft“, sagt er. Das Problem seien vor allem touristische Flüge, die vermehrt nachts ausgeführt würden. Daher fordert die Initiative, in einem ersten Schritt touristische Nachtflüge zwischen 0 Uhr und 5 Uhr zu streichen.

Hinzu komme die erhöhte Anzahl an Hitzetagen, an denen die Menschen nachts die Fenster zum Lüften öffnen müssten, um ihre Wohnungen im Sommer abkühlen zu können. Damit gehe dann „der Schallschutz vollkommen ins Leere“. „Und das ist einfach die Situation, die die Leute fertig macht, die sie kaputt macht, die sie auf die Barrikaden treibt, zu sagen, lasst uns wenigstens in der Nacht ein paar Stunden schlafen, so wie es eben auch an anderen Flughäfen der Standard ist.“

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Zahlen, die die Flughafen Nürnberg GmbH auf dpa-Anfrage vorgelegt hat, zeigen, dass die Zahl der Nachtflugbewegungen von 2023 (8635) über 2024 (9 762) bis 2025 auf 11 459 angestiegen ist.
Was touristische Flüge betrifft, erklärt ein Flughafensprecher, dass diese generell auch nachts stattfinden können, sofern sie die geltenden Anforderungen erfüllen. „Die geltende Nachtflugregelung unterscheidet nicht nach dem Reisezweck, sondern nach der Lärmzulassung des Flugzeugs“. Auch sei die Nachfrage nach nächtlichen Flügen entsprechend vorhanden.

Mahler und die FLSG sehen in erster Linie die Stadt Nürnberg und den Freistaat Bayern als Eigentümer in der politischen Verantwortung. „Ein generelles Nachtflugverbot beziehungsweise ein Ausschluss touristischer Flüge in den Nachtstunden würde allerdings einen erheblichen Eingriff in den bestehenden Flugbetrieb darstellen“, erklärt dazu die Stadt Nürnberg. Die Stadt verweist auch auf die infrastrukturelle Bedeutung des 24-Stunden-Betriebs etwa für Ambulanz- und Rettungsflüge oder die Anbindung der Menschen und Unternehmen an die Metropolregion Nürnberg.

Den Angaben zufolge setzt sie sich dafür ein, die Belastung der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Die Entwicklung des Fluglärms werde verfolgt und regelmäßig in der Fluglärmkommission thematisiert. Auch die Stadt Fürth ist Mitglied in der Fluglärmkommission, in der auch die Flughafen Nürnberg GmbH und die FLSG sitzen. In dem Gremium versuche man „immer wieder Mehrheiten zu organisieren, die den Nachtflug ausbremsen“, sagt Fürths Oberbürgermeister Jung. Das sei aber bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen bislang ohne Wirkung gewesen.

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