Nürnberg Flüchtlinge brechen Hungerstreik ab

Sie kämpfen für die Anerkennung ihrer Asylanträge. Seit Dienstag verweigern etwa 20 Flüchtlinge in Nürnberg das Essen und Trinken. Nun haben die Flüchtlinge ihren Hungerstreik abgebrochen.

Von Katja Auer

Die Flüchtlinge in der Nürnberger Innenstadt haben ihren trockenen Hungerstreik am Mittwoch abgebrochen. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly und Manfred Schmidt, der Präsident des Bundesamts für Migration hatten den Asylbewerbern ein Gesprächsangebot gemacht. Das Treffen soll am Samstag stattfinden - unter der Bedingung, dass der Hungerstreik abgebrochen wird.

Zuvor waren drei Frauen wegen gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus gebracht worden. Die 18 Flüchtlinge waren seit Samstag im Hungerstreik und tranken seit Dienstag nichts mehr. Mit der Unterbringung von Asylbewerbern hat sich am Mittwoch erneut auch der Petitionsausschuss des Landtags befasst. Eine Frau aus Kotzenaurach im Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim hatte im Namen der etwa 60 Bewohner dagegen protestiert, dass beinahe ebenso viele Asylbewerber in einem Gasthaus in dem Ort untergebracht sind.

Asylbewerber Staatsregierung macht Druck
Asylbewerber

Staatsregierung macht Druck

"Da geht es jetzt drum, dass geliefert wird": Die bayerische Regierung will, dass die Regierungsbezirke schnell Standorte für weitere Erstaufnahmeeinrichtungen benennen. In Nürnberg verweigern 18 Flüchtlinge nun auch das Trinken.

Eine Integration sei so unmöglich, argumentiert sie, zumal das Dorf keine Infrastruktur hat, nicht einmal eine Busverbindung in die Stadt. Fremdenfeindliche Tendenzen gebe es nicht im Ort, viele Bewohner unterstützten die Asylbewerber, die Frau selbst hatte ihre Scheune umgebaut, damit die Kinder einen Platz zum Spielen hätten.

Der Ausschuss hatte bereits gefordert, höchstens 20 Flüchtlingen in dem Ort unterzubringen. Daran werde festgehalten, sagte die SPD-Abgeordnete Alexandra Hiersemann. Allerdings soll noch versucht werden, das Problem am Ort zu lösen. Ein Runder Tisch soll darüber beraten. Dennoch planen die Abgeordneten auch einen Ortstermin.