Nürnberg feiert Dürer Das fränkische Genie

Im Germanischen Nationalmuseum beginnt eine spektakuläre Ausstellung über Albrecht Dürer. Denn: Es ist Dürer-Jahr und Nürnberg ist Dürer-Stadt mit Dürer-Playmobil-Männchen und Dürer-Tee. Überhaupt dreht sich beinahe alles hier gerade irgendwie um den großen Künstler.

Am Donnerstag beginnt in Nürnberg eine spektakuläre Schauzum berühmtesten Sohn der Stadt: Albrecht Dürer (1471 bis 1528). "Der frühe Dürer" heißt die Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum. Bis zum 2. September sind dort 200 Originale des Künstlers zu sehen - darunter Leihgaben aus vielen großen Museen.

Dürer-Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum: 120 der bedeutendsten Werke des Renaissance-Malers sind von diesem Donnerstag an in Nürnberg zu sehen.

(Foto: dpa)

Das "Selbstbildnis im Pelzrock" ist allerdings nur als Kopie zu sehen; um das Gemälde, eines der Hauptwerke der Alten Pinakothek in München, war im Winter ein heftiger Streit entbrannt, weil die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen aus konservatorischen Gründen den Transport untersagten.

Und: Es ist ja nicht nur eine Ausstellung. Es ist Dürer-Jahr, Nürnberg ist Dürer-Stadt, es gibt ein Dürer-Playmobil-Männchen und Dürer-Tee - und überhaupt dreht sich beinahe alles irgendwie um den großen Künstler. Sogar die Bewohner Moskaus werden das merken, wenn die Nürnberger im Juni dort ein großes Puzzle von Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" auslegen und damit das Deutschlandjahr in Russland eröffnen. Aber das nur am Rande.

In Nürnberg wird die Schau von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Am 31. Mai wird im Aufseß-Saal des Museums der erste große Dokumentarfilm über Dürer zu sehen sein, der den Künstler als ersten bewussten Selbstdarsteller in der Kunst zeigt. Es gibt zahlreiche Führungen durch die Schau, in verschiedenen Sprachen, für Gehörlose, für Kinder und zudem spezielle Angebote für Schulklassen.

Mehrere Vorträge beschäftigen sich mit dem Werk Dürers. Christopher S. Wood spricht am 6. Juni über "Die verlorene Ehre der Katharina Fürleger", eine Frau, die Dürer wohl Modell stand und von ihm zur Heiligen stilisiert wurde. Kurator Thomas Eser löst am 27. Juni das Rätsel um Dürers Schädel, der im 19. Jahrhundert Mittelpunkt einer rätselhaften Geschichte wurde. In englischer Sprache befasst sich Jeffrey Chipps Smith am 4. Juli mit Dürers Suche nach Ruhm, am 26. Juli spricht Jürgen Müller über Dürers Beziehung zur Antike.

Unter dem Titel "Wunderkinder" findet eine Konzertreihe statt, die außergewöhnliche Karrieren präsentiert, darunter die von der Marimba-Virtuosin Viviane Vassileva und von der Sopranistin Simone Kermes. Die Capella Antiqua Bambergensis spielt Musik der Renaissance, und in Gesprächskonzerten präsentiert Restaurator Georg Ott Instrumente aus der Dürer-Zeit und ihren Klang.

In Dürers Nachbarschaft auf der Burgstraße zeigen sieben Skulpturengruppen seine Beziehungen zu Paten und Mäzenen, Nachbarn und Lehrern. Mehr Programminformationen im Internet unter www.gnm.de/der-fruehe-duerer.