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Ermittlungen in Bayern:Möglicherweise unterschlagene Munition - Razzien bei der Polizei

Bayerische Kriminalstatstik 2018

In zwei Dienststellen der bayerischen Polizei hat es Razzien gegeben (Symbolbild).

(Foto: dpa)

Die Beamten durchsuchen zwei Dienststellen von Spezialeinheiten in Augsburg und Nürnberg. Zwei Polizisten stehen im Verdacht, Munition entwendet zu haben.

Von Olaf Przybilla

Wegen des Verdachts, Munition unterschlagen zu haben, ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft München gegen zwei Polizisten in Nürnberg und Augsburg. Beide gehören Spezialeinheiten an, beide stehen im Verdacht, für Schießübungen auf einem Schießplatz in Mecklenburg-Vorpommern aus Bayern mitgebrachte Munition unterschlagen zu haben.

Dass auf dem Schießplatz in Güstrow Munition aus Bayern gefunden wurde, hat bei Ermittlern für Aufsehen gesorgt. Immerhin war vor einem Monat bekannt geworden, dass ein Mobiles Einsatzkommando des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen 2018 ohne Erlaubnis an einem Schießtraining auf jenem Übungsplatz teilgenommen hatte und dafür mit 7000 Schuss Munition für Pistolen, Maschinenpistolen und Sturmgewehre aus LKA-Beständen bezahlt haben soll. Auch soll der Schießplatz-Betreiber aus dem Umfeld der rechtsextremistischen Gruppierung "Nordkreuz" bekannt gewesen sein.

Dass die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus die Ermittlungen gegen die beiden Beamten übernommen hat, lässt da besonders aufhorchen. Allerdings, betonen die Ermittler, lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beamten einen rechtsextremistischen Hintergrund haben. Für eine Verbindung mit "Nordkreuz" gebe es "null Anhaltspunkte", sagt Oberstaatsanwalt Alexander Ecker.

Trotzdem soll nun genau untersucht werden, warum Munition aus bayerischen Beständen in der Causa "Güstrow" auftauchen konnte. Die Ermittler sprechen von "Unregelmäßigkeiten". Nach SZ-Informationen sollen die Beamten zwar offiziell an einem Schießtraining teilgenommen, offenbar aber nicht sämtliche Munition verschossen haben. Zu der Zeit war der Schießplatz noch regelmäßig von Polizeieinheiten genutzt worden.

Überdies wird nun ermittelt, ob womöglich noch weitere Beamte aus Bayern in den Komplex verwickelt sind oder es weitere Munitions-Fehlbestände gibt. Weil sich die Ermittlungen über ganz Bayern erstrecken und mehrere Verfahrenskomplexe tangieren, habe die Generalstaatsanwaltschaft übernommen - nicht wegen Extremismusverdachts. Bei den Razzien durchsucht wurden am Mittwoch zwei Dienststellen sowie die Wohnung eines der beschuldigten Beamten.

© SZ.de/fema/infu
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Spezialkräfte sollen sich zu nicht genehmigten Schießtrainings verabredet und Dienstmunition entwendet haben. Die Ermittler prüfen Verbindungen zur rechtsextremen Gruppe "Nordkreuz".

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