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Nördlingen:Kinderskelett aus der Keltenzeit entdeckt

Skelett eines keltischen Jungen bei Bauarbeiten gefunden

Da das Skelett ohne Beigaben auf einer Schicht aus Siedlungsmüll gefunden wurde, gehen die Forscher davon aus, dass das Kind aus einer niedrigen sozialen Schicht stammte.

(Foto: Landesamt für Denkmalpflege/dpa)

Nach Angaben des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege war der Bub etwa neun bis zwölf Jahre alt und soll irgendwann zwischen 480 und 100 vor Christus gelebt haben.

Im schwäbischen Nördlingen haben Archäologen bei Bauarbeiten das Skelett eines Buben aus der Keltenzeit gefunden. Wie das bayerische Landesamt für Denkmalpflege am Donnerstag mitteilte, war der Bub etwa neun bis zwölf Jahre alt. Er lebte irgendwann zwischen 480 und 100 vor Christus. Da das Skelett ohne Beigaben auf einer Schicht aus Siedlungsmüll gefunden wurde, gehen die Forscher davon aus, dass das Kind aus einer niedrigen sozialen Schicht stammte.

Die Knochen deuten darauf hin, dass es schwere körperliche Arbeit verrichtete. Zudem fanden die Forscher Spuren einer Kopfverletzung. Als mögliche Erklärungen für den kompletten Skelettfund nennt das Landesamt für Denkmalpflege einen kriegerischen Überfall auf die keltische Siedlung, eine unkomplizierte Bestattung des Buben als "bereits kranke Arbeitskraft" oder einen für die Zeit der Kelten ungewöhnlichen Umgang mit Leichenteilen. Einen ähnlichen Fund gab es zuletzt 2006 bei einer Ausgrabung in Unterpleichfeld im Landkreis Würzburg. Dort waren die Leichen eines Mannes mit gefesselten Händen, eines Kindes und einer Frau aus der Zeit der Kelten in einem als Müllgrube benutzten Erdspeicher entdeckt worden.

© SZ vom 09.10.2020 / dpa/syn
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