Vogel geht stiften„Schlau wia d‘Sau“: Warum Papagei Bruce ganz Pilsting auf Trab hält

Lesezeit: 2 Min.

Vorsicht, bissig: Papagei Bruce ist nicht sehr zahm.
Vorsicht, bissig: Papagei Bruce ist nicht sehr zahm. Roland Götz

Graupapagei Bruce ist Hardrocker und ziemlich clever. So konnte er auch aus seinem Käfig entkommen. Jetzt sucht das ganze Dorf nach ihm. Das Problem: Bruce beißt gerne mal zu.

Glosse von Alexander Kappen

Die Gemeinsamkeiten zwischen der 7000-Einwohner-Gemeinde Pilsting, im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau gelegen, und der Hansestadt Bremen, hoch im Norden der Republik, dürften sich in Grenzen halten. Aber dieser Vergleich liegt einfach nahe. „Wir haben mehrere Tiere“, sagt Roland Götz. Neben einer Katze, zwei Hunden und einem Pferd gehört dazu auch ein Papagei. Eben so ähnlich „wie die Bremer Stadtmusikanten“, sagt der Pilstinger Götz.

Nur ist seinen Musikanten am Pfingstmontag leider ein Mitglied abhandengekommen. Und das ist ausgerechnet der Papagei und Hardrocker Bruce, der wohl Musikalischste in der tierischen Ansammlung. Der blitzgescheite Vogel floh aus seinem Käfig und durchbiss dabei mit seinem Schnabel einen Kabelbinder an der Futterklappe. Den hatten seine Besitzer extra dort angebracht, damit er nicht stiften geht. Doch Bruce konnte das nicht stoppen – und jetzt hält er seit einer guten Woche das ganze Dorf auf Trab.

Die Nachbarn sind alle informiert und Bruce wurde auch schon mehrmals gesichtet. Doch einfangen konnte ihn bislang niemand. Das ist ohnehin kein leichtes Unterfangen. Der Vogel ist nicht nur  „schlau wia d‘Sau“, wie Götz sagt, also sehr intelligent, sondern Bruce hat auch ein kleines Aggressionsproblem. Wenn man ihm zu nahe kommt und ihn greifen möchte, bläst er zur Attacke – mit seinem Schnabel, mit dem er Walnüsse knacken kann.

Darum weiß Roland Götz auch gar nicht so ganz genau, wie alt Bruce, der seit vier Jahren bei ihm lebt, eigentlich ist. Die entsprechenden Informationen stehen auf dem Ring, den der Graupapagei an seinem Fuß trägt: „Aber an den komme ich ja nicht ran, weil er so aggressiv ist.“ Wer Bruce sichtet, sollte ihn deshalb nicht mit bloßen Händen einzufangen versuchen, sondern zum Schutz mehrere Decken oder Schweißerhandschuhe verwenden.

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Roland Götz probiert derweil alles, um seinen flüchtigen Papagei, der es durch mehrere Medienberichte „zu einer gewissen Prominenz“ gebracht habe, wieder nach Hause zu locken: „Mit Essen und Musik.“ Rückschläge muss man da in Kauf nehmen. Er habe schon im ganzen Garten Vogelfutter verteilt, sagt der Pilstinger. Was sämtliche Vögel der Umgebung ganz toll fanden und zahlreich ausnutzten. Nur Bruce nicht.

Vielleicht richtet es die Musik. Bruce redet nicht nur viel und gerne, sondern ist auch ein großer AC/CD-Fan. Wenn er in der Nähe ist und von daheim seine Lieblingsmusik hört, kommt er vielleicht ja doch mal nach Hause, um mit seinen Bremer Stadtmusikanten ein kräftiges „Highway to hell“ anzustimmen.

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