Nichtraucherschutz in BayernNeues vom „Kippen-Killer“

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Bei den Tastings im Landshuter Männerladen soll der Zigarre nach Wunsch eines Aktivisten der Garaus gemacht werden. (Symbolbild)
Bei den Tastings im Landshuter Männerladen soll der Zigarre nach Wunsch eines Aktivisten der Garaus gemacht werden. (Symbolbild) Maurizio Gambarini/dpa

Ein emsiger Nichtraucher-Aktivist, der schon so manchem Zigarettenautomaten ein Ende bereitet hat, geht nun auch gegen die Spirituosen-Zigarren-Tastings im Landshuter „Männerladen“ vor. Dessen Betreiber bleibt gelassen.

Von Alexander Kappen

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Als der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann bei der Heim-WM 2006 den jahrelang unangefochtenen Torhüter-Titan Oliver Kahn auf die Bank setzte und dessen Konkurrenten Jens Lehmann zwischen die Pfosten stellte, legte sich die Boulevardpresse besonders ins Zeug und titelte einprägsam: „Klinsi killt King Kahn.“

Henri Kuntnowitz ist bislang weder als Torwart-Titan in Erscheinung getreten noch wurde er vor einer Weltmeisterschaft von irgendeinem Bundestrainer ausgebootet. Aber als besonders emsiger Aktivist im Verein „Pro Rauchfrei“ hat er es zu einer gewissen Bekanntheit gebracht, weshalb ein Boulevardblatt zwar nicht gleich mit der Zeile „Kunti killt King Kippe“ aufmachte, ihm vor ein paar Jahren aber immerhin den einprägsamen Namen „Kippen-Killer“ verpasste. Diesen verdiente sich Kuntnowitz unter anderem damit, dass er dafür sorgte, dass Zigarettenautomaten vor Schulen und an Bahnhöfen in und um München abmontiert wurden.

Und nun holt der Nichtraucher-Aktivist bei seinem Kampf gegen das Qualmen an öffentlichen Orten zum nächsten Schlag aus und weitet sein Einsatzgebiet auf Niederbayern aus. Kuntnowitz hat beim örtlichen Ordnungsamt Anzeige gegen den Landshuter „Männerladen“ gestellt. Die dort angebotenen Rum- und Whisky-Tastings, bei denen auch Zigarren gereicht werden, widersprechen nach seiner Ansicht offenbar dem in Bayern seit 2010 geltenden Rauchverbot.

Neben dem Ordnungsamt richtete der Aktivist seine Protestnote gleich auch noch an das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Landesgesundheitsamt, die Verbraucherzentrale und den Landkreis Landshut. Wen er dummerweise nicht kontaktierte, ist Christoph Jung, Betreiber des Männerladens.

Christoph Jung, Inhaber des "Männerladen" in Landshut, sieht der Entscheidung des Ordnungsamts gelassen entgegen.
Christoph Jung, Inhaber des "Männerladen" in Landshut, sieht der Entscheidung des Ordnungsamts gelassen entgegen. privat

Der hätte ihm sagen können, dass die Sache aus seiner Sicht „völlig sinnlos“ ist, wie Jung im Gespräch mit der SZ sagt. Seit 40 Jahren sei er Geschäftsmann und habe sich „noch nie etwas zuschulden kommen lassen“. Mitte der 1980er-Jahre begann er mit einem Country- und Westernstore und sattelte 2004 quasi von Cowboy- auf Männerbedarf um. Jung vertreibt in seinem Laden Sachen wie Messer, Rasierzeug, Kosmetikartikel für Männer, Hüte, Mützen, Ledergürtel und Ledertaschen, aber auch Spirituosen und eben Zigarren.

Seit mehr als zehn Jahren biete er auch die genannten Tastings an und stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem Ordnungsamt. Probleme habe es noch nie gegeben, sagt Jung. Schließlich handele es sich ja „um geschlossene Gesellschaften“. Die Besucher kaufen eine Karte, melden sich namentlich an, werden am Eingang kontrolliert – und dann wird die Ladentür verschlossen. Der Clou, so Jung: „Die Rauch-Tastings finden ausnahmslos im nicht einsehbaren Innenhof statt, der nach oben hin offen ist, also im Freien.“

Kuntnowitz habe sich „da wohl den Verkehrten ausgesucht“, sagt der Geschäftsmann und ist deshalb „sehr gelassen“. Dass der „Kippen-Killer“ am Ende auch zum „Tasting-Totengräber“ wird, ist für ihn eher unwahrscheinlich.

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