An diesem Mittwoch jährt sich der Geburtstag von Jean-Georges Noverre zum 299. Mal. Der französische Tänzer und Choreograf (1727 bis 1810) gilt als der Begründer des modernen Balletts. Deshalb hat die Unesco, die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, den 29. April vor mehr als 40 Jahren zum Internationalen Tag des Tanzes erklärt. Mit diesem Aktionstag wird seit 1982 das Tanzen als universelle künstlerische Ausdrucksform gewürdigt, die Barrieren abbaut und die Menschen in der Welt zusammenbringt. Und Notfalls auch Menschen und Hunde – auch wenn das offiziell so nirgends steht.
Frauen, das ist die gefühlte und Umfragen zufolge auch die statistische Wahrheit, tanzen lieber als Männer. Was manchmal unpraktisch ist, gerade, wenn es ums Paartanzen geht. Und da kommt der Hund ins Spiel. Bevor Frau einen schlecht gelaunten, weil tanzmuffligen Mann übers Parkett schleift, der schon Probleme hat, seine zwei Beine zu sortieren, kann sie sich dort auch mit einem vierbeinigen Gefährten eine gute Zeit machen, dem das Ganze oft wesentlich leichter von der Hand respektive der Pfote geht.
Auf Walzer, Paso Doble, Jive und Cha-Cha-Cha muss man dann zwar verzichten, aber Disziplinen wie Heelwork und Freestyle, die stattdessen beim Dogdance zum Repertoire gehören, sind ja auch ganz nett anzusehen. Im niederbayerischen Kröning gaben erst kürzlich wieder Zwei- und Vierbeiner aus fünf Nationen bei einem großen Turnier ihre Tanzkünste zum Besten und zeigten, was dieser Sport zu bieten hat.
„Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt beim Erarbeiten gemeinsamer Choreografien“, schreibt der Verband des deutschen Hundewesens (VDH), der Dogdance unter seinem Dach seit 2018 offiziell als Sportart führt und auf seiner Webseite auch ein entsprechendes Beweisvideo liefert. Beim Freestyle steht die überzeugende Umsetzung eines musikalischen Themas mit frei bestimmbaren Elementen, Figuren oder Sprüngen im Mittelpunkt. Die Disziplin Heelwork dagegen betont die tänzerische Ausdruckskraft von Hund und Mensch, mit der vorgeschriebene Positionen ausgearbeitet werden müssen.
Wer vom Paartanz mit Mann auf Dogdance umsteigen möchte, muss sich beim Umgang mit dem Partner übrigens nicht allzu sehr umstellen. Wie eine Expertin beim Wettkampf in Kröning dem Portal idowa verriet, muss man seinen Hund nämlich „loben wie deinen Mann“. Und dabei ist es egal, ob es sich um einen Dackel, Dobermann oder Neufundländer handelt. Beim Dogdance dürfen – ganz im Sinne des Welttanztages – nämlich alle mitmachen.

