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Neue Gründerzentren und Hilfe beim Umstieg:Freistaat will digitale Wirtschaft fördern

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will in allen Landesteilen spezielle Gründerzentren für digitale Startup-Unternehmen schaffen. Das wird die CSU-Politikerin nach Informationen der SZ an diesem Donnerstag bei ihrer Regierungserklärung im Landtag zur Digitalisierung des Freistaats ankündigen. Aigner schwebt dabei offenbar ein an das Münchner Werk1 angelehntes Zentrum für jeden bayerischen Regierungsbezirk vor, um neuen Unternehmen auch in der Fläche gute Startbedingungen zu geben. Im Werk1 am Münchner Ostbahnhof können sich Gründer unter staatlicher Beteiligung flexibel auch kleinste Einheiten mieten und werden in der Startphase speziell unterstützt.

Aigner will damit landesweit Neugründungen von Unternehmen in der Digital-Szene fördern. Bayern müsse zu international führenden Standorten wie Tel Aviv oder dem Silicon Valley aufschließen. Zugleich plant die Wirtschaftsministerin spezielle Förderprogramme für die herkömmliche mittelständische Wirtschaft. Aigner mahnt die Unternehmen schon seit einiger Zeit, den digitalen Wandel nicht zu unterschätzen. Jede Firma brauche eine eigene Strategie für die Digitalisierung. Vermutlich soll es nun auch Zuschüsse für Betriebe geben, die dies in Angriff nehmen. In Aigners Haus wird auch daran gedacht, die staatlichen Förderprogramme insgesamt zu überarbeiten mit Blick darauf, wie die Digitalisierung am besten gefördert wird.

Insgesamt will das Wirtschaftsministerium für verschiedene Zukunftsprojekte, darunter auch für das neue Zentrum Digitalisierung, mehrere hundert Millionen Euro ausgeben, zusätzlich zu den bereits vom Finanzministerium verplanten 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau von Breitband-Internet in den ländlichen Regionen. Zu Aigners Projekten zählen auch Investitionen in Telemedizin, Datensicherheit und intelligente Energiesteuerung. Bayerns Zukunft hänge an einem gelingenden Umstieg auf digitale Wirtschaft, mahnt die Ministerin. Das gelte vor allem auch für die Autoindustrie, von der Bayern besonders abhängig ist. Es gehe darum, ob Autos der Zukunft von BMW und Audi oder von Google und Apple gebaut würden.

Als sichtbares Zeichen plant Aigner nun auch einen eigenen digitalen Wandel: Sie kehrt an diesem Donnerstag zum Netzwerk Facebook zurück. Von diesem hatte sie sich noch als Berliner Verbraucherschutzministerin demonstrativ und mit großem Aufsehen verabschiedet, weil sie die Datenschutz-Praktiken des US-Unternehmens nicht hinnehmbar fand. Aigners Bedenken bestünden allerdings fort, heißt es. Deswegen werde sie auch keinen Privataccount freischalten, sondern nur eine sogenannte Fanseite.