Neuburg an der DonauVater flippt aus: So hat der Kindergarten den Gewaltausbruch aufgearbeitet

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Im Kindergarten Sankt Ulrich hat man schnell Maßnahmen getroffen, um in den Alltag zurückkehren zu können.
Im Kindergarten Sankt Ulrich hat man schnell Maßnahmen getroffen, um in den Alltag zurückkehren zu können. Maximilian von Klenze/dpa

Ein Mann schlägt drei Mitarbeitende im laufenden Betrieb krankenhausreif. Einen Monat nach der brutalen Tat ist im Kindergarten St. Ulrich weitgehend wieder der Alltag eingekehrt - doch die Aufarbeitung der Geschehnisse dauert noch an.

Von Alexander Kappen, Neuburg an der Donau

Es war ein Tag, den die Kinder sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kindergartens Sankt Ulrich in Neuburg an der Donau so schnell nicht vergessen werden. Aber sie sind offenbar auf einem guten Weg, das Geschehene zu verarbeiten, wie das Kita-Zentrum Sankt Simpert, zu dem die Einrichtung gehört, einen Monat nach dem Vorfall jetzt mitgeteilt hat.

Am 30. Juni hatte der Vater eines Kindes gegen zehn Uhr während des laufenden Betriebs den Kindergarten betreten und dort zwei Erzieherinnen und einen Erzieher krankenhausreif geschlagen. Der 30-Jährige soll nicht damit einverstanden gewesen sein, wie das Kita-Personal nach einem Streit seines Sohnes mit diesem umgegangen ist. Der mutmaßliche Angreifer sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft, die Ermittlungen der Polizei dauern an.

In dem Kindergarten sind zwei Gruppen mit je 19 Kindern untergebracht. Nach dem Vorfall Ende Juni „war die Kita in Aufruhr und Sorge“, heißt es in der Mitteilung des Kita-Zentrums. Man habe schnell Maßnahmen für eine individuelle und systematische Aufarbeitung und die Rückkehr in den Alltag getroffen. Die sechs Erzieherinnen und Erzieher, die aktuell in der Einrichtung im Einsatz sind, sind nach Angaben des Kita-Zentrums „stabil, sprechen viel mit den Kindern und untereinander und sind auf einem guten Weg, wenngleich auch hier der Schock noch nachwirkt“.

Das Kita-Team begann nach dem Vorfall sofort, seinen Notfallplan abzuarbeiten. Neben der Polizei wurden auch das Jugendamt, das Landratsamt, Fachberatungen und das Kita-Zentrum Sankt Simpert eingeschaltet, das Träger von mehr als 250 Kinderbetreuungseinrichtungen im Bistum Augsburg ist. Auch das Kriseninterventionsteam des Bayerischen Roten Kreuzes war in dem Kindergarten im Einsatz, als dieser zwei Tage nach dem Vorfall wieder den Betrieb aufnahm.

„Die Mitarbeitenden in der Kita Sankt Ulrich“, so Günter Groll, Vorstandsvorsitzender des Kita-Zentrums Sankt Simpert, hätten schnell, besonnen und sehr umsichtig reagiert „und die richtigen und sinnvollen Maßnahmen eingeleitet“. Mit der Berufsgenossenschaft werde man nun ein Gespräch über weitere Unterstützungsmöglichkeiten führen, teilt das Kita-Zentrum mit. Eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Nachbereitung und Aufarbeitung des Vorfalls sei in der Entwicklung.

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