Zerkarien-DermatitisWarnung vor Saugwürmer-Larven in Badesee bei Neu-Ulm

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Bestimmte Parasiten im Wasser können einem den Badespaß auch mal verderben.
Bestimmte Parasiten im Wasser können einem den Badespaß auch mal verderben. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Immer wieder klagen Badegäste nach dem Schwimmen über juckende Stellen am Körper. Larven einer bestimmten Parasitenart können dies auslösen. Am Pfuhler See trat das Problem jetzt besonders häufig auf.

Nach einer Reihe von Krankheitsfällen warnen die Behörden vor Larven von Saugwürmern in einem beliebten Badesee in der Nähe von Ulm und Neu-Ulm. Innerhalb einer Woche seien beim Gesundheitsamt sieben Meldungen von Badegästen eingegangen, die nach einem Aufenthalt in dem Pfuhler Badesee eine sogenannte Zerkarien-Dermatitis entwickelt hätten, berichtet das Landratsamt Neu-Ulm. Es seien deswegen Hinweisschilder an dem See aufgestellt worden. „Ein Badeverbot wird nicht ausgesprochen, da keine Gefahr für Menschen besteht.“

Die Hautkrankheit kann weltweit auftreten und wird durch Zerkarien, dabei handelt es sich um Larven bestimmter Saugwürmer, ausgelöst. Die Zerkarien können sich in die Haut des Menschen bohren und einen Juckreiz oder auch einen allergischen Hautausschlag verursachen. „Die Symptome klingen nach zehn bis 20 Tagen ab“, berichtet das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Behandelt werde der Ausschlag durch juckreiz- und antzündungshemmende Mittel.

Die Zerkarien und die Saugwürmer sind Parasiten, die in verschiedenen Wirtstieren leben. Bei den Larven sind dies Wasserschnecken, bei den erwachsenen Würmern Vögel wie Enten, Gänse und Schwäne, bei denen sie in inneren Organen wie Darm oder Leber siedeln. Wenn die Larven sich beim Menschen in die Haut bohren, werden sie laut LGL im Regelfall durch das Immunsystem getötet – es kann sich allerdings die Badedermatitis entwickeln.Nach Angaben der Landesbehörde treten die Zerkarien besonders von Juni bis September auf. „Eine einzige Schnecke kann circa 8000 bis 10 000 Zerkarien produzieren“, betont das LGL. Das Risiko hänge daher davon ab, wie viele Süßwasserschnecken in dem Gewässer seien.

Die Behörde verweist darauf, dass die Hautkrankheit nach Angaben von Studien aufgrund mehrerer Faktoren verstärkt auftritt. Der Klimawandel spiele hier auch eine Rolle. Einerseits blieben die Menschen bei Hitze länger im Wasser, andererseits könnten die Wassertemperatur und langer Sonnenschein Einfluss auf die Anzahl der infizierten Schnecken haben.

Der Bodenseekreis weist zudem darauf hin, dass der Kot von Wasservögeln die Vermehrung der Parasiten begünstige. Enten und Schwäne sollten deswegen keinesfalls durch Füttern in den Uferbereich gelockt werden. „Deshalb sind Fütterungsverbote an Badeplätzen sinnvoll und durchaus erwünscht“, betont die Kreisbehörde in Friedrichshafen.

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