Naturschutz Regen bedroht Storchennachwuchs

Der viele, starke Regen im Mai hat dem Storchennachwuchs hierzulande zugesetzt. In einzelnen Regionen, etwa südlich des Ammersees, haben die Hälfte der Jungvögel die heftigen Niederschläge nicht überlebt. "Bei Regen bleibt ein Altvogel als Schirm zum Schutz der Jungen am Nest", sagt Oda Wieding, die Storchenexpertin des Landesbunds für Vogelschutz. "Der andere geht auf Nahrungsfang." Dabei tut er sich bei Niederschlägen deutlich schwerer als bei schönem Wetter - zum einen weil sein Gefieder nass und schwer ist, zum anderen weil er im Regen weniger Beute findet. Besonders schlimm waren die Regengüsse für mittelgroße Jungstörche in der Hauptphase ihres Wachstums. Sie sind schon zu groß, als dass die Elterntiere sie wirksam gegen Nässe abschirmen können. Zugleich brauchen sie bis zu einem Kilo Futter am Tag. Aber es gibt auch gute Nachrichten. In dieser Brutsaison haben sich wieder mindestens hundert Storchenpaare neu in Bayern angesiedelt. In mittelfränkischen Uehlfeld zählen sie sogar mehr als 30 Horste. Unterm Strich rechnet Wieding deshalb auch dieses Jahr wieder mit einem neuen Storchen-Rekord in Bayern.