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Naturschutz:Hunderte Vogelkundler zählen Wiesenbrüter

Zehn Wiesenbrüter-Arten sind in Bayern beheimatet, acht davon sind akut vom Aussterben bedroht, die beiden anderen gelten als stark gefährdet. Jetzt wollen das Landesamt für Umwelt (LfU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) wissen, wie es tatsächlich um Braunkehlchen, Brachvogel, Uferschnepfe und Co. steht. Deshalb starten sie dieser Tage die bisher umfassendste Wiesenbrüter-Zählung in Bayern. Mehr als 400 Vogelkundler werden dabei in 1000 bekannten Wiesenbrüter-Brutgebieten die aktuellen Bestände ermitteln. Die letzte vergleichbare Kartierung stammt von 2014/2015. Wiesenbrüter sind sogenannte Zeigerarten für intakte Moore und Feuchtwiesen. Die Sicherung ihrer Brutgebiete dient deshalb auch dem Schutz von Insekten und Amphibien. Außerdem können Moore und Feuchtwiesen immense Mengen von Kohlenstoff speichern, sie gelten als wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Die nun erfassten Daten sollen die Basis für künftige Schutzmaßnahmen sein. Um die meisten Wiesenbrüter steht es extrem schlecht. Von den Großen Brachvögeln, deren Kennzeichen die extrem langen leicht nach unten gebogenen Schnäbel sind, gibt es laut LfU bayernweit keine 500 Brutpaare mehr. Bei den Braunkehlchen sind es immerhin noch 1200 bis 1900, allerdings hat sich ihre Zahl seit der Jahrtausendwende halbiert. Und die Uferschnepfe kam laut LfU zuletzt nur noch auf 34 Brutpaare. Dabei leistet sich der Freistaat seit etlichen Jahren ein aufwendiges Hilfsprogramm für Wiesenbrüter. Dabei erhalten beispielsweise Bauern Zahlungen für die späte Mahd ihrer Wiesen oder das Anlegen von Brache- und Altgrasstreifen.

© SZ vom 24.03.2021 / cws
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