Bistum Passau:Altbischof Schraml ist gestorben

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Wilhelm Schraml

Wilhelm Schraml stammte aus Erbendorf im Steinwald und wurde 1961 in Regensburg zum Priester, 1986 zum Weihbischof geweiht.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Der frühere Oberhirte von Passau lebte seit 2013 in Altötting. Als Höhepunkt seiner Amtszeit bezeichnete er den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Bayern.

Der frühere Bischof von Passau, Wilhelm Schraml, ist tot. Der Geistliche starb am Montag im Marienwallfahrtsort Altötting, wo er seit 2013 lebte. Er wurde 86 Jahre alt. Der Passauer Bischof Stefan Oster würdigte Schramls Wirken: "Sein unermüdliches Unterwegssein im Bistum, in den Pfarreien und bei den Menschen, ist mir Vorbild." Für ihn persönlich sei sein Amtsvorgänger auch ein wertvoller Ratgeber gewesen, sagte Oster.

Der gebürtige Oberpfälzer Schraml leitete das kleinste Bistum Bayerns von 2002 bis 2013. Als Höhepunkt seiner Amtszeit in Passau bezeichnete Schraml den Heimatbesuch von Papst Benedikt XVI. im September 2006 in Bayern. Dabei machte das damalige Kirchenoberhaupt auch Station in Altötting und seinem Geburtsort Marktl am Inn, die beide auf Passauer Bistumsgebiet liegen. In diesen Orten nahm Schraml bleibenden Einfluss auf die Erinnerung an den emeritierten Papst aus Bayern, dem er sehr zugetan war und den er einmal als "Kirchenlehrer" bezeichnete. In Marktl kümmerte sich Schraml darum, dass Benedikts Geburtshaus von einer kirchlichen Stiftung erworben und zu einem geistlichen Begegnungszentrum ausgestaltet wurde. In Altötting, das ihm 2015 die Ehrenbürgerwürde verlieh, gehen mehrere Um- und Neubauten auf seine Initiative zurück, darunter die Anbetungskapelle in der ehemaligen Schatzkammer. Diese habe er täglich besucht, erklärte sein früherer Generalvikar Klaus Metzl, inzwischen Stadtpfarrer von Altötting. "Dort möchte er auch bestattet sein."

Schraml stammte aus Erbendorf im Steinwald und wurde 1961 in Regensburg zum Priester, 1986 zum Weihbischof geweiht. 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Passau. Als Schraml zum 75. Geburtstag 2010 pflichtgemäß seinen Rücktritt einreichte, beließ ihn Benedikt XVI. weiter im Amt. Dies wurde als Zeichen besonderer Wertschätzung gedeutet. In den endgültigen Ruhestand entließ den Bischof erst Papst Franziskus drei Jahre später. Da hatte Schraml schon seinen Wohnsitz nach Altötting verlegt. Schramls Start in Passau stand unter schwierigen Vorzeichen. Um die von einem strukturellen Minus belasteten Bistumsfinanzen zu konsolidieren, schaltete er die Unternehmensberatung McKinsey ein. Für weiteren Konfliktstoff sorgte seine Entscheidung, den Einfluss des Wiener Pastoraltheologen Paul Michael Zulehner im Bistum zurückzudrängen, der von seinem Amtsvorgänger Bischof Franz Xaver Eder gefördert worden war. Durch das katastrophale Hochwasser an Donau und Inn im Juni 2013 war Schraml zum Ende seiner Amtszeit noch einmal stark gefordert.

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