Nachruf:Luftbild-Archäologe Braasch gestorben

Nachruf: Als Autodidakt musste er um Anerkennung kämpfen. Und doch brachte Otto Braasch die Archäologie in Bayern in den 70er- und 80er-Jahren erstaunlich voran.

Als Autodidakt musste er um Anerkennung kämpfen. Und doch brachte Otto Braasch die Archäologie in Bayern in den 70er- und 80er-Jahren erstaunlich voran.

(Foto: Sigrid Christlein/oh)

Der renommierte Luftbild-Archäologe Otto Braasch ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war zunächst Starfighter-Pilot bei der Bundeswehr, arbeitete aber nebenbei schon seit 1974 mit dem Archäologen Rainer Christlein (1940-1983) zusammen, dem Leiter der damaligen Landshuter Außenstelle des Landesamts für Denkmalpflege. Braasch revolutionierte die archäologische Methodik. Mit Propeller-Maschinen erkundete er aus der Luft Reste des Limes, Grabhügel und keltische Viereckschanzen. In Landshut entstand das zweitgrößte archäologische Luftbild-Archiv der Welt. Im Ruhestand widmete er sich ganz der Archäologie und entdeckte Tausende Fundstätten, etwa das Ringheiligtum von Künzing-Unternberg (Kreis Deggendorf), eine 6800 Jahre alte Kultstätte. Braasch litt sehr unter der Geringschätzung der Archäologie in Bayern und flog dann lieber in Italien, Tschechien und Polen. Zuvor bildete er noch den ebenso bekannten Klaus Leidorf als Nachfolger aus. "Braasch bescherte der Wissenschaft Sternstunden", brachte der Journalist Elmar Stöttner dessen Verdienste auf den Punkt. Die Freie Universität Berlin verlieh Braasch 1999 die Ehrendoktorwürde.

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