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Nach SPD-Kritik:Landkreis Wunsiedel wird Radon-Vorsorgegebiet

Nach Kritik der SPD wird in Bayern ein erstes Gebiet mit einer hohen Konzentration des Edelgases Radon ausgewiesen. "Die Staatsregierung hat heute beschlossen, dass der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge als sogenanntes Radon-Vorsorgegebiet ausgewiesen wird", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Dienstag. Die Allgemeinverfügung tritt im Februar in Kraft. Die SPD hatte dem Ministerium vorgeworfen, die Frist zur Ausweisung versäumt zu haben. "Daran sind verpflichtende Schutzmaßnahmen für Hausbesitzer und Arbeitgeber geknüpft. Passiert ist aber bisher nichts", kritisierte der SPD-Umweltexperte Florian von Brunn.

Laut Strahlenschutzgesetz mussten die Bundesländer bis Ende 2020 ermitteln, wo in vielen Gebäuden eine hohe Konzentration zu erwarten ist, und dort sogenannte Radon-Vorsorgegebiete ausweisen. Wegen der Corona-Krise habe es Verzögerungen gegeben, teilte das Umweltministerium mit. In betroffenen Regionen gelten strenge Vorgaben für Neubauten und Messpflichten an Arbeitsplätzen im Erd- und Kellergeschoss. Im Freistaat kommt Radon laut SPD in Ober- und Niederbayern sowie in der Oberpfalz und Oberfranken in teils lebensgefährdender Konzentration im Boden vor. Die Ausweisung weiterer Gebiete sei vorerst nicht nötig, hieß es aus dem Ministerium. Radon ist unsichtbar, riecht und schmeckt nicht. Menschen in belasteten Regionen sollen regelmäßig lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten. Wird Radon längere Zeit in höherer Konzentration eingeatmet, erhöht sich das Lungenkrebs-Risiko.

© SZ vom 13.01.2021 / dpa
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