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Nach Rettung:Wie die Landesbanken ihr Glück wieder in der Ferne suchen

Mit dem Expansionsdrang ist die Bayern-LB jedoch nicht alleine. Außer der HSH Nordbank, die wegen des schwachen Schiffsmarktes Probleme hat, greifen sich die Landesbanken seit einigen Monaten wieder verstärkt gegenseitig an. So balgen sich alle um den Markt in Nordrhein-Westfalen, wo die West-LB nach ihrer Abwicklung eine Lücke hinterlassen hat.

Aber auch im Ausland suchen die Institute Chancen, weil der deutsche Bankenmarkt so hart umkämpft ist; mit Mittelständlern gibt es nicht mehr viel zu verdienen.

Die Landesbank Baden-Württemberg zum Beispiel - ebenfalls staatlich gestützt, aber mit abgeschlossenem Beihilfeverfahren - eröffnete gerade erst Repräsentanzen in Istanbul und in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Die Frankfurter Helaba will im nächsten Jahr Büros in Sao Paulo, Istanbul und Stockholm aufmachen.

Deutsche Mittelständler ins Ausland begleiten

Den Landesbanken geht es heute nicht mehr um Milliardeninvestments in Übersee, es geht darum, die deutschen Mittelständler ins Ausland zu begleiten. Trotzdem fühlt sich aus dem Lager der Sparkassen schon so mancher an die sorglosen Wachstumsstrategien der Häuser zu Vorkrisenzeiten erinnert.

Im Schlepptau der Bundesländer mussten die Sparkassen kurz darauf gleich vier Landesbanken stützten. Auch heute noch sind die Sparkassen an mehreren Landesbanken beteiligt und beobachten die Lage daher genau.

Vor der Expansion der Bayern-LB steht nun aber ohnehin die Genehmigung der EU-Kommission. Dem Vernehmen nach hat Brüssel zwar keine Bedenken gegen eine Beendigung des Beihilfeverfahrens, wird den Fall aber prüfen. Auch die für die Großbankenaufsicht zuständige EZB muss die Rückzahlung durchwinken. Bis dahin müssen die Bronze-Löwen noch in der Asservatenkammer warten.

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