Nach Messerangriff in Würzburg:Elfjährige wird von Behörde betreut

Nach dem Messerangriff von Würzburg am 25. Juni hat das Jugendamt für die Elfjährige, die dabei ihre Mutter verloren hat und selbst schwer verletzt wurde, die Vormundschaft übernommen. Mit seiner Mutter habe das Kind im Kreis Würzburg gelebt, nun sei es mittellos, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Man könne die schrecklichen Ereignisse nicht rückgängig machen, sagte Jugendamtsleiter Bernd Adler, setze sich aber "mit allen verfügbaren Mitteln" dafür ein, dem Kind seelisch, rechtlich und finanziell zu helfen.

Das Jugendamt kümmere sich nun um komplexe Vorgänge wie Sozialleistungen, Versicherungsfragen und Gerichtsverfahren, die das Kind betreffen. Zwei Mitarbeiterinnen seien für das Mädchen da, das aus der Klinik entlassen wurde, aber permanent jemanden um sich brauche. "Die psychischen Folgen der Tat lassen sich noch nicht absehen", das Kind sei tapfer, doch es gebe Tage, da gehe es ihm sehr schlecht, sagte ein Jugendamtssprecher am Abend. Das Mädchen war mit seiner Mutter, einer alleinerziehenden Lehrerin, Anfang des Jahres aus Brasilien nach Deutschland ausgewandert. Es wolle in Deutschland bleiben, so der Sprecher. Vater und Bruder seien aus Brasilien eingetroffen.

Die Elfjährige konnte sich bei dem Angriff im Kaufhaus "Woolworth" offenbar retten, nachdem es seine Mutter geschützt und eine Rentnerin den Täter abgelenkt hatte. Die Mutter und die Rentnerin sowie eine weitere Frau starben. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Für die Opfer werden nun über den Verein "Würzburg zeigt Herz" Spenden gesammelt.

© SZ vom 09.07.2021 / clli
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