bedeckt München 14°

Axt-Angriff:Asylantrag des Würzburger Attentäters blieb wegen technischer Störung unentdeckt

Axt-Attacke in Zug bei Würzburg

Der Flüchtling hatte Mitte Juli fünf Menschen in einem Regionalzug bei Würzburg und auf seiner Flucht vom Tatort angegriffen und schwer verletzt.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
  • Wegen einer technischen Störung sind die Fingerabdrücke des Attentäters von Würzburg offenbar nicht europaweit abgeglichen worden.
  • Die Behörde hatte bisher gesagt, dass man die Fingerabdrücke abgeglichen, aber bei der Suche keinen Treffer erhalten habe.

Die Fingerabdrücke des Würzburger Attentäters sind wegen einer technischen Störung offenbar nicht europaweit abgeglichen worden. Wie die Nachrichtenagentur dpa und die Bild-Zeitung berichten, blieb dadurch unentdeckt, dass er bereits in Ungarn einen Asylantrag gestellt hatte. Die Computerpanne sei im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) passiert, als dieses den Flüchtling am 14. März 2016 registrierte. Die Erfassung beim BAMF fand damit erst knapp neun Monate nach seiner Einreise statt.

Dabei werden die Fingerabdrücke eines Asylbewerbers normalerweise mit der europäischen Datenbank "Eurodac" abgeglichen. Dieser Abgleich habe an jenem Tag aber nicht funktioniert, hieß es.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, dass bei der Einreise des Jugendlichen die Bundespolizei den damals 16-Jährigen aufgegriffen und seine Fingerabdrücke mit deutschen Fahndungsdatenbanken abgeglichen habe. Dies sei am 29. Juni 2015 um 3:55 Uhr auf einem Autobahnparkplatz an der A 3 bei Passau geschehen. Da der Attentäter damals aber noch nicht polizeibekannt war, ergab dies keine Treffer.

Der Attentäter hatte Mitte Juli in einem Regionalzug in Würzburg und auf seiner Flucht vom Tatort mit einer Axt und einem Messer fünf Menschen schwer verletzt. In einem Video bekannte er sich zur Terrormiliz IS. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei erschoss den Jugendlichen kurz nach der Tat. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte wiederholt kritisiert, dass von dem Mann keine Fingerabdrücke genommen worden seien.

© SZ.de/axi
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema