Mysteriöse Internetseite Wer steckt hinter cdu-bayern.de?

"Unsere Seite ist in Kürze erreichbar"

(Foto: The Screenshots)
  • Die CSU steht unter Druck - ist die Internetseite cdu-bayern.de ein Indiz dafür, dass die CDU nach Bayern kommt?
  • Es zeigt sich: cdu-bayern.de teilt sich die technische Infrastruktur mit der Lach- und Schieß-Gesellschaft.
  • Laut Till Hofmann soll die Seite von einer Bewegung benutzt werden, der sich 500 Leute angeschlossen hätten, "aus dem gesamten Spektrum von wertkonservativ bis linksgrün".
Von Bastian Brinkmann

Die einen fürchten es, die anderen hoffen darauf: Soll Angela Merkels CDU auch in Bayern antreten? Tatsächlich hat sich schon jemand die Internetseite cdu-bayern.de gesichert, falls es wirklich dazu kommt. "Website im Aufbau. Unsere Seite ist in Kürze erreichbar", steht dort, mehr nicht. Kein Ansprechpartner wird genannt. Nun fragen sich viele: Kann das wirklich sein? Kommt die CDU nach Bayern?

Die neue Datenschutz-Grundverordnung verhindert, dass diese Frage einfach beantwortet werden kann. Bis vor Kurzem gab es eine Art Adressbuch für alle Internetseiten, die auf .de enden. In der sogenannten Denic-Datenbank stand, wer die Seite angemeldet hat, mit Kontaktdaten. Dieser Dienst ist nun aber praktisch dicht. Trotzdem ist es möglich, herauszufinden, wer dahintersteckt. Jede Internetseite ist auf einem sogenannten Server gespeichert.

Dort ist hinterlegt, was auf dem Bildschirm erscheint, wenn man eine Internetseite eingibt. Im Internet kann man prüfen, ob auf dem gleichen Server andere Internetseiten liegen. (Wer es genauer wissen und nachgooglen will: In der Fachsprache heißt das "Reverse IP".) In diesem Fall zeigt sich: cdu-bayern.de teilt sich die technische Infrastruktur mit der Lach- und Schieß-Gesellschaft. Verantwortlich dort ist, auch für die Server, Till Hofmann. Die CSU kann also aufatmen - Kanzlerin Merkel war's nicht.

Die Seite soll aber offenbar mehr sein als ein kleiner Scherz. Laut Hofmann soll cdu-bayern.de von einer Bewegung benutzt werden, der sich 500 Leute angeschlossen hätten, "aus dem gesamten Spektrum von wertkonservativ bis linksgrün". Ende Juli will sich die Gruppe offiziell gründen und dann auch veröffentlichen, um was es ihr genau geht, zumindest geht es gegen "europafeindliche Auftritte", gegen "geheime Masterpläne" und gegen "ausgrenzende Politik". Ganz raus ist die CSU also nicht. Die Seite cdu-bayern.de sei "offen für eine Fusion mit der wirklichen CDU Bayern", sagt Hofmann. "Die Webseite steht gegen eine kleine Spende zur Verfügung." Der neue CDU-Landesverband solle etwa Praktika in Seniorenheimen machen, sagt Hofmann. "Dann hat die Gesellschaft noch etwas davon."

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