Johann Sebastian Bachs Johannespassion und seine Matthäuspassion an Karfreitag unmittelbar hintereinander zu hören, ist ein Erlebnis besonderer Art. Hier die mit zweieinviertel Stunden knappere, dramatischere Version mit vergleichsweise mehr Turbae-Chören, also solchen in denen das Volk zu Wort kommt, und weniger Arien, uraufgeführt 1724. Dort in der Matthäuspassion, uraufgeführt 1727 bei drei Stunden Länge, gibt es die großen ausdrucksvollen Arien und die von einer Streichergloriole umgebenen Christus-Worte, was ihnen eine besondere Aura verleiht. Arien mit Chor gibt es ebenfalls häufiger, und wie Bach das Schema der Dacapo-Arie aufgreift, aber immer wieder neu und anders abwandelt, ist bemerkenswert und geht über die Johannespassion hinaus.
KonzertkritikPassionsmusik in München: Jesus als Mensch mit tiefen Gefühlen
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Münchener Bach-Chor und Bach-Orchester mit der Johannespassion 2026.
Andreas SchöneFünf Stunden Bach-Passionen hintereinander – ein beglückendes Erlebnis. Was auch an den Dirigenten Johanna Soller und Philippe Herreweghe liegt, und an den großartigen Solisten, allen voran Florian Boeschs Christusinterpretation.
