Justiz:Neues Programm soll Verurteilte vor Haftstrafe bewahren

Das Projekt "Aufsuchende Sozialarbeit" bietet Menschen, die zu Geldstrafen verurteilt wurden und diese nicht zahlen können, Alternativen zum Gefängnis an. Mitarbeiter der Gerichtshilfe nehmen dazu persönlichen Kontakt zu ihnen auf.

Das bayerische Justizministerium legt ein Programm auf, mit dem sogenannte Ersatzfreiheitsstrafen vermieden werden sollen. Von September an soll das Münchner Projekt "Aufsuchende Sozialarbeit" nach Möglichkeit verhindern, dass zu einer Geldstrafe Verurteilte, die nicht zahlen können oder wollen, in Haft genommen werden, wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte. Dabei sollen Mitarbeiter der Gerichtshilfe persönlichen Kontakt zu den Verurteilten aufnehmen und sie zu Alternativen beraten.

Die Gerichtshilfe könne Vorschläge für Ratenzahlungen unterbreiten oder den Kontakt zu sogenannten Haftvermeidungsprogrammen herstellen. Bereits seit 2005 können Verurteilte ihre Geldstrafe mit dem Programm "Schwitzen statt Sitzen" auch durch gemeinnützige Arbeit verbüßen. Seit drei Jahren gibt es zudem ein Programm, in dem Vermittlungsstellen bei der Ausarbeitung von Ratenzahlungsplänen Hilfe leisten. Justizminister Georg Eisenreich (CSU) erklärte, mit dem neuen Programm wolle man "den Menschen gezielt professionelle Hilfe anbieten". Zudem würden Gefängnisse durch die Maßnahmen entlastet.

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