Mühldorf: Rettungsaktion für Rind Stallfreundin soll wilde Kuh Yvonne locken

Noch immer ist es Tierschützern nicht gelungen, die ausgebüxte Kuh Yvonne im Wald aufzuspüren - und dem zum Abschuss freigegebenen Rind so das Leben zu retten. Nun sollen Kuh Waltraud und Kälbchen Waldi helfen.

Eine Stallfreundin aus Österreich und ein Kälbchen sollen die ausgebüxte Kuh Yvonne im Landkreis Mühldorf aus dem Wald locken. Die Helfer von Gut Aiderbichl, die Yvonne einfangen und auf den Gnadenhof bei Deggendorf bringen wollen, haben die Kuh Waltraud und den kleinen Waldi gekauft und nach Zangberg gebracht, in ein eigens gebautes Gehege. Bisher allerdings hat der Trick nicht geklappt, sagte Gutsverwalter Hans Wintersteller. "Wir versuchen es weiter."

Sie hält sich offenbar für ein Reh: Bereits seit einigen Monaten versteckt sich Kuh Yvonne im Wald.

(Foto: dpa)

Mit Waltraud war Yvonne von Österreich nach Aschau zu ihrem neuen Besitzer gebracht worden, der sie mästen und schlachten wollte - und dem sie am 24. Mai entkam. Das Kälbchen Waldi wiederum soll Mutterinstinkte bei Yvonne wecken. "Sie hat ja selbst auch Kälbchen gehabt."

Nach gut einer Woche der vergeblichen Suche kommt nun auch neue Technik zum Einsatz: "Wir sind jetzt mit der Wärmebildkamera unterwegs", sagt Wintersteller. Bei Regenwetter hätten am Donnerstag nur etwa 14 Leute bei der Suche geholfen, nötig seien aber 80 bis 100 Menschen, die dann das Unterholz durchkämmen könnten. Experten mit Betäubungsgewehren sollen die Kuh dann abfangen.

Die Behörden hatten ursprünglich nichts gegen das wilde Leben der Kuh, die wie ein scheues Reh ein zurückgezogenes Leben im Wald führt - wenn sie nicht vor einer Woche ausgerechnet vor ein Polizeiauto gerannt und damit zum Sicherheitsrisiko für den Straßenverkehr geworden wäre. Das Landratsamt erlaubte daraufhin den Abschuss. Aus Sicherheitsgründen. Dem wollen die Tierschützer zuvorkommen.