Sie war eine Mutter, die sich keine Sorgen um ihre Tochter machte. Ihre Tochter wollte das so. Und Rosalie W. hielt sich daran. Spätestens seit diesem Wintertag ein halbes Jahr nach dem Abitur der Tochter, da machte Hanna W. gerade ein Praktikum bei einem Arzt in Traunstein. Morgens hatte sie noch gesagt, Mama, machst du mir mittags eine Gemüselasagne? Doch dann kam sie nicht zum Essen nach Hause nach Aschau. Es hatte stark geschneit, und Rosalie W. befürchtete, dass ihre Tochter in einem Straßengraben liegen könnte. Sie rief in der Praxis an. Sie rief die Freundinnen ihrer Tochter an. Die Freundinnen riefen untereinander an. Niemand hatte etwas von Hanna gehört.
Gewaltverbrechen im Chiemgau"Herzi, bist du bei der Magda?"
Lesezeit: 3 Min.

Gegen den Angeklagten Sebastian T. läuft seit Oktober ein Verfahren wegen Mordes an der Medizinstudentin Hanna W.
Uwe Lein/dpaVom Besuch der Disco "Eiskeller" in Aschau kehrt Hanna W. nicht nach Hause zurück. In bewegenden Worten schildern ihre Eltern vor dem Landgericht in Traunstein die Stunden verzweifelten Suchens nach ihrer Tochter.
Von Benedikt Warmbrunn, Traunstein
